Tiere brauchen eine Artenvielfalt
Schafisheim Die Gärtnerei D. Labhard lud Gartenbauer, Landschaftsarchitekten und Hobbygärtner zur Stauden-Weiterbildungstagung zum Thema «Artenvielfalt umsetzen» ein. Gut 250 Personen folgten dieser Einladung.

Was kann die Gärtnerbranche tun, um heimische Pflanzen zu fördern und somit einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Biodiversität, zur Rettung von bedrohten Insekten- und Vogelarten und schlussendlich zum Wohlbefinden der Natur beizutragen? Auf diese und andere Fragen versuchten die Fachreferenten Antworten zu finden und Ideen zu liefern. Unter anderem auch Hanspeter Latour, Fussball- und Biodiversitäts- coach. «Träume wahr werden lassen», darüber referierte der ehemalige Fussballtrainer mit Herzblut und witzigen Anekdoten.
Fleiss, Mut, Glück, Leidenschaft
Um Träume wahr werden zu lassen, brauche es Fleiss, Mut und Glück. Und natürlich Leidenschaft. Egal, ob das nun im Fussball oder in einer anderen Branche sei. Aber ohne Strategie komme man nicht voran. «Orientieren, motivieren, organisieren und dann gehts», betonte er. Trotzdem könne man immer wieder mal in ein Loch fallen. Manchmal müsse man auch Umwege in Kauf nehmen. Einfach den Traum nie aus den Augen verlieren. Aus diesem Grund habe er alle seine Visionen auf ein Stück Papier gezeichnet, um das Ziel immer vor Augen zu haben. Genauso einfach müsse das Leitbild eines Unternehmens gehalten sein, damit es ein jeder verinnerlichen könne.
Artenvielfalt ist nötig
Seit Latour pensioniert ist, kümmert er sich mit grosser Leidenschaft um sein Wochenendhäuschen, das über einen grossen Umschwung verfügt. Mit den Wildstauden habe er es nicht so, aber mit den Tieren, sagt er schmunzelnd. Die Tiere würden sich jedoch nur ansiedeln, wenn auch das Umfeld, die Artenvielfalt stimme. Deshalb habe er vor zehn Jahren angefangen, seinen Umschwung so zu gestalten, dass sich die Tierwelt wohl fühle.
Zaunkönig, Goldammer und Co.
Wildwiesen, Hecken, Totholzinseln und anderes mehr zieren nun seinen Garten. «Über 80 verschiedene Schmetterlingsarten habe ich gezählt», sagt Latour stolz. Ganz zu schweigen von den verschiedenen Vogelarten, darunter der Zaunkönig und die Goldammer, die sich in Latours Daheim äusserst wohl fühlen. «Ich verstehe mich als Brückenbauer. Ich möchte das Interesse für die Biodiversität vermitteln. Allerdings bin ich gegen alles Extreme. Wir brauchen beides – die Natur und eine funktionierende Wirtschaft.» Sein mit Wortwitz geschmücktes Referat kam äusserst gut an. Jedoch nicht nur seines. «Das Feedback der Teilnehmer ist durchwegs positiv», freut sich Gastgeber Daniel Labhart am Schluss der Veranstaltung.