Strohhaus wird frisch eingedeckt

Hendschiken Strohdachhäuser gibt es nur noch ein Dutzend im Kanton Aargau. Weil die letzte Sanierung fast 40 Jahre her ist, wird das Dach neu eingedeckt.

Gelungene Zusammenarbeit: Besitzer Daniel Lüem (links) mit Dachdeckermeister Andreas Bergamini.Foto: Romi Schmid
Gelungene Zusammenarbeit: Besitzer Daniel Lüem (links) mit Dachdeckermeister Andreas Bergamini.Foto: Romi Schmid

Das «Strohhus» in Hendschiken hat eine lange Geschichte. Diese geht bis ans Ende des 18. Jahrhunderts zurück. Das Strohhaus wurde damals als bescheidene Behausung von Marx Senn für sich und seine Familie errichtet. In den Jahren danach gab es einige Besitzerwechsel und 1971 wurde das Haus umfassend restauriert. Seit 2010 ist es im Besitz von Daniel Lüem, welcher das Strohhaus zusammen mit Manuela Gilgen als Gastgeber für Gruppen und Gesellschaften betreibt. Rund einen Monat dauert es, bis alle Arbeiten, wie Gerüstungen, Abbruch Neudeckung und Abschlussarbeiten erledigt sind.

Im Vorfeld musste die Dachlattung von Schäfer Holzbau im Vordachbereich ausgewechselt werden, im Anschluss wurde zuerst eine Gleitschicht aus Stroh und darauf eine zweite Schicht aus Schilf vom Stroh- und Schilfdach-Spezialisten Ber4Roof befestigt: insgesamt 12 Tonnen Schilf und 200 Kilogramm Stroh wurden dabei verarbeitet. Dachdeckermeister Andreas Bergamini ist verantwortlich für die Sanierung des Dachs. Er erklärt: «Schilf ist stabiler und resistenter als Stroh.» Und: Strohhalme sind maximal 140 Zentimeter lang. Die Schilfbündel dagegen sind 180 bis 220 Zentimeter lang: Das Regenwasser wird auf dieser Länge besser abgeführt.

Besitzer Daniel Lüem freut sich über das neue Dach. «Es liegt sehr viel Herzblut in diesem Haus. Als Familie und mit unseren Kindern haben wir hier viele schöne Momente erlebt. Es ist wie unser Ferienhaus im eigenen Dorf», so Lüem.

Ein anstrengender Job

Rund 280 Quadratmeter Fläche hat das Dach. Im Abstand von 30 Zentimetern wird von den Arbeitern ein Bund Schilf nach dem andern auf dem Dach positioniert, grob von Hand ausgerichtet und danach mit dem Klopfbrett an die Neigung und die Form des Daches angepasst.

Den Männern verlangt die schweisstreibende Arbeit vollen Körpereinsatz ab. Sicherlich kein einfacher Job, aber: ein Ende ist in Sicht. Die Arbeiten sollen bereits Ende Woche abgeschlossen werden.

Internet:www.strohhus.ch.

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