«Es ist einfach der richtige Zeitpunkt»

Staufen Katja Früh tritt Ende Jahr nach zehn Jahren aus dem Staufner Gemeinderat zurück. Grosse Worte braucht sie dafür nicht – aber Klarheit, Dankbarkeit und einen nüchternen Blick darauf, was bleibt.

Tritt nach zehn Jahren im Gemeinderat zurück: Frau Gemeindeammann Katja Früh.Foto: Romi Schmid
Tritt nach zehn Jahren im Gemeinderat zurück: Frau Gemeindeammann Katja Früh.Foto: Romi Schmid

Noch drei Wochen, dann endet für Katja Früh ein prägendes Kapitel. Neun Jahre hat sie im Gemeinderat mitgearbeitet, mehrere davon als Gemeindeammann. Ihr Entscheid zum Rücktritt fiel bereits vor langer Zeit.

«Vor mehr als einem Jahr hatte ich die innere Wahrnehmung und fühlbare Gewissheit, dass es einfach der richtige Zeitpunkt ist», sagt Katja Früh. Ein einzelnes Ereignis habe es für diesen Schritt nicht gebraucht.

Breit gefächerte Verantwortung

Wenn Katja Früh auf ihre Amtszeit zurückblickt, erzählt sie nicht von einem einzelnen Schlüsselmoment. «Es ist das Gesamte über all die Jahre», sagt sie. Gemeint ist die Breite ihrer Aufgaben, die unzähligen Begegnungen mit der Bevölkerung, die politischen Diskussionen – und die grossen Entwicklungsschritte, die Staufen in dieser Zeit gemacht hat.

Zu diesen Schritten zählen zentrale Projekte: die Verselbstständigung der Primarschule, der Bau der Doppelsporthalle, der Vierfachkindergarten und der Ersatzneubau des Primarschulhauses. Auch strukturelle Anpassungen prägten ihr Wirken: die Inhauslösung der Bauverwaltung, die Einführung des Verwaltungsleitermodells oder Weiterentwicklungen bei den gemeindeeigenen Werken.

Einige Bilder bleiben der 50-Jährigen besonders präsent – etwa die «fliegend vorgefertigten» Holzbauteile, die während der Bauphase punktgenau montiert wurden. Andere Eindrücke gehören zum politischen Alltag: «Die unaufhörlich tagtäglich eintreffende Informations- und Mailflut», sagt Katja Früh und schmunzelt.

Wachstum, Wandel, Zusammenhalt

Staufen habe sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Das Bevölkerungswachstum habe neue Anforderungen an Infrastruktur und Schule gebracht. Traditionen wie das Jugendfest mussten angepasst werden, der Räbeliechtliumzug wurde grösser, und die digitale Kommunikation wurde mit dem Blog gestärkt.

Gleichzeitig sei in den Quartieren viel neue Lebendigkeit entstanden mit zahlreichen kleinen Unternehmungen. Trotz aller Entwicklungen ist es für Katja Früh ein besonderes Anliegen, dass eines erhalten blieb: «Dass der Zusammenhalt, das Engagement in den Vereinen und die gesellschaftliche Verbundenheit aller Generationen aufrechterhalten werden konnten – dank allen Mitwirkenden und vielen ehrenamtlichen Bürgern.» Ihr eigener beruflicher Weg – von der Hochbauzeichnerlehre bis zur Gründung der Villa Kunterbunt Staufen – einer Mischung aus Kita und Hort – habe sie geprägt in der Art, Herausforderungen anzugehen. «Mit Hand, Kopf und Herz – solid, überlegt, mutig – anpacken und umsetzen.»

In der täglichen Zusammenarbeit im Gemeinderat sei ihr vor allem eines wichtig gewesen: ein Team zu sein, offen zu diskutieren, gemeinsam Lösungen zu suchen und Entscheidungen transparent zu vertreten. Einige laufende Prozesse hätte sie gerne noch etwas weiter begleitet, etwa strukturelle Anpassungen, die aktuell in Umsetzung stehen. Und ein Punkt «gramelet» sie besonders: Für die abbruchreife «Sattler-Kari-Liegenschaft» an der Postgasse sei in all den Jahren keine tragfähige, wirtschaftlich umsetzbare Idee entstanden. «Das schwirrt gedanklich bei mir noch umher», gibt sie zu.

Was sie mit ihrer neu gewonnenen Zeit anfangen will? «Gut verteilt», sagt Katja Früh – zwischen der Villa Kunterbunt, neuen Projekten und Privatem.

Am Ende richtet sie ein herzliches Dankeschön an all jene, die Staufen mittragen: an die Vereine, Kommissionen, Ehrenamtlichen, an die Bevölkerung und an das Team von Gemeinderat, Schule und Verwaltung. Noch begleitet sie die Gemeinde für wenige Wochen – doch ihr Blick ist bereits nach vorne gerichtet.

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