Patrick Mösch kandidiert fürdas Gemeindepräsidium
Brunegg Am 8. März wählt Brunegg nicht nur ein neues Gemeindepräsidium, sondern auch ein zusätzliches Mitglied für den Gemeinderat. Während für das Präsidium mit Patrick Mösch eine offizielle Kandidatur vorliegt, ist für den vakanten Gemeinderatssitz bislang noch keine Kandidatur eingegangen.
Es hatte gut ausgesehen für Brunegg. Nach einem politisch turbulenten Jahr schien der Gemeinderat nach den Gesamterneuerungswahlen im Frühjahr/Sommer 2025 wieder auf Kurs für eine ruhigere Amtszeit. Doch die Hoffnung auf stabile Verhältnisse hat sich nicht erfüllt: Nach kurzer Zeit wurde erneut ein Sitz im Gemeinderat vakant: Mario Blasucci, der sowohl als Gemeinderat wie auch als zukünftiger Gemeindepräsident gewählt worden war, hatte seine Demission per sofort eingereicht. Als Grund wurden gesundheitliche Gründe genannt.
Rücktritte und Spannungen
Bereits im Mai und Juni 2025 hatte es in Brunegg mehrfach geknallt. Zuerst trat Gemeinderat Peter Schmid mit sofortiger Wirkung zurück. Nur rund zweieinhalb Wochen später folgte Gemeindepräsidentin Beatrice Zandonella. Sie kündigte an, ihr Amt nicht wie ursprünglich geplant bis Ende Jahr weiterzuführen.
Als Gründe nannten beide das mangelnde Interesse der Bevölkerung am politischen Geschehen, fehlende Wertschätzung sowie ein schwieriges Klima im Dorf. Bei Zandonella war insbesondere die Sommergemeindeversammlung 2025 ausschlaggebend. Die Stimmberechtigten wiesen den Verkauf einer Strassenparzelle zurück – ein Entscheid, den sie damals als klares Misstrauensvotum gegen den Gemeinderat bezeichnete.
Bei den Gesamterneuerungswahlen im Mai 2025 wurden die drei bisherigen Gemeinderatsmitglieder Michael van Toorn (parteilos), Thomas Brügger (parteilos) und Mario Blasucci (Die Mitte) wiedergewählt. Blasucci schaffte gleichzeitig die Wahl als neuer Gemeindepräsident, van Toorn wurde als Vize-Gemeindepräsident bestätigt. In einem zweiten Wahlgang wurden im Juni 2025 zudem Patrick Mösch und Daniel Nezirevic, beide parteilos, in den Gemeinderat gewählt.
Mit der kurz danach folgenden Demission von Mario Blasucci ist war jedoch erneut eine Vakanz entstanden.
Gemeinderatssitz ohne Bewerbungen
Bis zum heutigen Zeitpunkt sind bei der Gemeindekanzlei keine offiziellen Kandidaturen für die anstehende Ersatzwahl im Gemeinderat eingegangen. «Der Gemeinderat hat zwar Gespräche mit interessierten Personen geführt, diese erfolgten jedoch auf informeller Basis», sagt Vize-Gemeindepräsident Michael van Toorn auf Anfrage. «Verbindliche Kandidaturen liegen bislang nicht vor.»
Um mögliche Kandidatinnen und Kandidaten zu gewinnen, hat der Gemeinderat in den vergangenen Monaten verschiedene Massnahmen ergriffen. Bereits im letzten Jahr wurde im Rahmen eines Politapéros eine öffentliche Informationsveranstaltung durchgeführt. Dabei wurde umfassend über das Amt des Gemeinderates informiert – über Ressorts, Aufgaben, Anforderungen, Verantwortlichkeiten sowie den zeitlichen Aufwand.
Zudem wurden mögliche Zukunftsszenarien thematisiert, etwa die Bedeutung einer allfälligen Gemeindefusion, beispielsweise mit Möriken-Wildegg, oder die Konsequenzen, falls es nicht gelingen sollte, die notwendigen Gemeinderätinnen und Gemeinderäte zu finden. «Wir wollten transparent aufzeigen, was das Amt bedeutet und welche Herausforderungen auf die Gemeinde zukommen könnten», sagt van Toorn. Darüber hinaus nutzte der Gemeinderat sämtliche politischen Anlässe für einen Aufruf an die Bevölkerung, versandte Informationsflyer, informierte über den Dorfchat und sprach Bruneggerinnen und Brunegger auch persönlich an. «Wir haben versucht, auf möglichst vielen Kanälen auf das Amt aufmerksam zu machen und Menschen direkt anzusprechen», so van Toorn.
Sollte bis zum Ablauf der Anmeldefrist keine Kandidatin oder kein Kandidat für den vakanten Sitz antreten, wird die Ersatzwahl dennoch durchgeführt. Der Gemeinderat rechnet jedoch in diesem Fall nicht mit einem erfolgreichen Wahlgang. «Für eine Wahl ist das absolute Mehr erforderlich. Bei nicht kandidierenden Personen ist das Erreichen dieses absoluten Mehrs erfahrungsgemäss unwahrscheinlich», erklärt van Toorn.
Kommt im ersten Wahlgang keine Wahl zustande, wird ein zweiter Wahlgang angesetzt. In diesem sind nur Personen wählbar, die innert zehn Tagen nach dem ersten Wahlgang von mindestens zehn Stimmberechtigten offiziell angemeldet werden. Sind mehrere Kandidaturen vorhanden, entscheidet im zweiten Wahlgang das relative Mehr. «Eine erfolgreiche Wahl ist somit auch mit weniger Stimmen möglich», so van Toorn.
Sollte auch im zweiten Wahlgang kein neues Mitglied in den Gemeinderat gewählt werden, will der Gemeinderat seine Bemühungen fortsetzen und einen neuen Wahltermin festlegen. Bis zu einer erfolgreichen Ersatzwahl bleibt die Funktionsfähigkeit der Gemeinde gewährleistet. Die amtierenden Gemeinderäte haben die Ressorts und Aufgaben intern neu organisiert und untereinander aufgeteilt.
Mösch kandidiert fürs Präsidium
Neben der Ersatzwahl findet am 8. März auch die Wahl des zurzeit vakanten Gemeindepräsidiums statt. In diesem Zusammenhang hat Gemeinderat Patrick Mösch seine Kandidatur fristgerecht eingereicht. «Ich kandidiere mit dem Ziel, Kontinuität und Verlässlichkeit zu gewährleisten, und bin überzeugt, dass Gemeindepolitik dort beginnt, wo man zuhört, mitdenkt und gemeinsam handelt», so Mösch.
Die übrigen Mitglieder des Gemeinderates unterstützen seine Kandidatur. «Damit ist sichergestellt, dass das Gemeindepräsidium der Gemeinde Brunegg künftig wieder ordnungsgemäss besetzt sein wird», sagt van Toorn.







