Schüler gründen Firma:Die «Helfende Klasse» packt an

Schafisheim Die Klassen 5a und 5b der Primarschule Schafisheim tauschen das Schulzimmer gegen die Arbeitswelt – und gründen ihre eigene Firma. Als «Helfende Klasse» bieten sie Unterstützung im Alltag an.

Die Klassen 5a und 5b der Primarschule Schafisheim.Foto: zvg
Die Klassen 5a und 5b der Primarschule Schafisheim.Foto: zvg

Im Rahmen des Programms Pintolino von YES Young Enterprise Switzerland gründeten die beiden 5. Klassen ihre erste Firma. Die Lehrerinnen Karin Kieser und Daniela Werndli betonen, dass das Ziel nicht der Verdienst, sondern die Vermittlung neuer Kompetenzen ist. Als Startkapital erhielten die Klassen von Pintolino zehn Franken pro Kind.

Damit wurden unter anderem Leuchtwesten, Gartenwerkzeuge und Prepaid-SIM-Karten angeschafft. Insgesamt standen den Parallelklassen 350 Franken zur Verfügung. Sollte dieser Betrag durch die Einsätze nicht gedeckt werden, müssen die Schüler das Geld nicht zurückzahlen. Wird jedoch Gewinn erzielt – wovon Kieser ausgeht –, geht das Startkapital an Pintolino zurück.

Voller Tatendrang

Innerhalb der Firma arbeiten die Schüler in drei Bereichen: Finanzen und Verkauf, Marketing und Werbung sowie Design und Produktion. Während der Unterrichtszeiten nimmt Kian aus dem Marketing-Team unter der Nummer 077 532 18 91 Anrufe entgegen. Weitere Anfragen können per E-Mail an diehelfendeklasse@hotmail.com gestellt werden. Die eingehenden Arbeitsaufträge verteilen die Schüler selbstständig innerhalb der Klassen – passend zu ihren Stärken und Interessen.

Gearbeitet wird stets im Team. Besonders wichtig sei dabei ein professioneller Auftritt: «Wir müssen einen guten Eindruck machen», sagt Kian. Teamkollegin Delia ergänzt: «Die Arbeiten versuchen wir, so gut wie nur möglich zu erledigen.» Sie freuen sich, wenn es endlich los geht. Gleichzeitig sei die Vorbereitung anspruchsvoller gewesen als erwartet. «Was es alles braucht, bis wir eine Firma haben, ist viel», erklärt Kian.

Von Gartenarbeit bis Hundespaziergang

Die «Helfende Klasse» führt zwischen dem 21. Mai und dem 9. Juni insgesamt sechs Arbeitseinsätze durch – jeweils am Dienstagnachmittag und Donnerstagmorgen während dem NMG-Unterricht. Angeboten werden unter anderem Gartenarbeiten, Autowaschen, Putzen, Einkäufe und Hundespaziergänge.

Einsätze in Nachbargemeinden erreichen die Schüler mit dem Velo oder Trottinett. Für die geleistete Arbeit bezahlen die Kunden den Betrag, den sie für angemessen halten. Wozu das erarbeitete Geld verwendet wird, steht laut Karin Kieser noch nicht fest. An Ideen – wie Europapark oder ein zweites Klassenlager – fehlt es den Schülern allerdings nicht.

Innerhalb der letzten Woche sind bereits über zehn Aufträge eingegangen. Nach jedem Einsatz sollen Erfahrungen besprochen und Verbesserungsmöglichkeiten geprüft werden. «Das ist ein aufbauender Prozess», erklärt Kieser. Nach Abschluss des Projekts im Juni ziehen die Klassen gemeinsam Bilanz.

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