«Pflug» schliesst die Pforten

Othmarsingen Am 30. September werden Claudia Züblin und ihr Team den Gästen ein letztes Mal den Klassiker Schnitzel-Pfännli servieren. Dann schliesst der Landgasthof Pflug seine Pforten für immer.

Trotz Mehrarbeit wegen der Zertifikatspflicht: Claudia Züblin geniesst die letzten Begegnungen mit ihren Gästen. Foto: Carolin Frei
Trotz Mehrarbeit wegen der Zertifikatspflicht: Claudia Züblin geniesst die letzten Begegnungen mit ihren Gästen. Foto: Carolin Frei

Wir alle haben im Januar 2020 bei der Wiedereröffnung befristete Arbeitsverträge erhalten», sagt Claudia Züblin, Restaurantleiterin. Denn schon damals war klar, dass die Tage des «Pflugs» in spätestens zwei Jahren gezählt sind. Oder mit anderen Worten dann, wenn der Startschuss für die Grossüberbauung Mattenpark fällt. «Der Entscheid, am 30. September zu schliessen, kommt zwar schneller als erwartet, aber nicht überraschend», sagt Züblin.

Trotzdem werde man den «Pflug», den das Team liebevoll zweite Heimat und die Gäste liebevoll ihre zweite Familie nennen, ungern verlassen. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge eben. «Ich werde die Gäste vermissen. Wir hatten querbeet alles, von Wiesenblumen bis zu edlen Rosen, um es blumig zu formulieren. Ich kann aber allen nur ein Kränzchen winden», sagt Züblin.

Unter den Top 5 der Aargauer Truckerbeizen

Auch die Gäste bedauern, dass mit der Schliessung des weit über die Grenzen hinaus bekannten Landgasthofs eine Beizen-Ära zu Ende geht. Denn es gibt nicht mehr viele Restaurants, in denen Lastwagenchauffeure mit ihren Brummern vorfahren und parken können. Dies haben nicht nur inländische Chauffeure geschätzt, sondern auch solche aus den Niederlanden, Italien, Frankreich, Grossbritannien oder Deutschland. So erstaunt nicht wirklich, dass der «Pflug» unter den Top 5 der Aargauer Truckerbeizen war/ist. Doch wenn man den Betrieb hätte weiterführen wollen, hätten sich bauliche Anpassungen aufgedrängt.

Die Pforten des «Pflugs» werden Ende September endgültig geschlossen. Die Angestellten erhalten jedoch bis Ende November den Lohn von der Centravo AG, deren Grundstück nun im Besitz der Fortimo AG, St. Gallen, ist. «Diese Grosszügigkeit schätzen wir natürlich sehr», sagt Züblin. Fast alle im Team haben eine andere Beschäftigung gefunden, auch Claudia Züblin.

Sie wird künftig die Geschicke des «Bären» in Dintikon leiten. «Ich freue mich auf die neue Herausforderung.» Aber erst gilt es, die Planung für die letzten zwei Wochen aufzugleisen und alles für die Ustrinkete zu organisieren. Am 30. September wird über Mittag ein letztes Mal das Schnitzel-Pfännli serviert und für den Abend werden ausreichend Getränke kühl gestellt. Es werde einen emotionalen, aber bestimmt unvergesslichen Abschied geben, ist Züblin überzeugt.

Gegen das Baugesuch der Fortimo AG, St. Gallen, für den Abbruch der bestehenden Gebäude und die Wohnüberbauung Mattenpark (Neubau neun Wohngebäude und zwei Mischbauten mit Wohn- und Gewerbenutzung/Dienstleistungsnutzung mit 171 Wohnungen) sind während der öffentlichen Auflage keine Einwendungen eingegangen.

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