Oldtimer brauchen Pflege
Holderbank Liebhaber von Oldtimern pflegen und hegen ihr Lieblingsstück. Darum sind Oldtimer-Teile-Märkte eine wahre Fundgrube und ein Publikumsmagnet. Etwa auch derjenige in Holderbank.

Schon bei der Ankunft im Schachen spürte man, dass hier etwas Besonderes im Gange war. Reihenweise standen Motorräder aller Hubraumklassen schön herausgeputzt in Reih und Glied am Strassenrand. Nicht verwunderlich, fand doch der 4. Töff-Oldtimer-Teile-Markt statt.
Es herrschte Hochbetrieb und eifriges Hantieren schon am frühen Morgen. Rund 60 Händler bauten ihre Stände auf und Veranstalter René Waldburger und sein Team sorgten in der Verpflegungsecke für das leibliche Wohl mit Kaffee, Gebäck, Grillwaren und Getränken.
Schauen, verkaufen und kaufen
Nebst typischen Ersatzteilen wie zum Beispiel Motorenteile, Lampen, Auspuffe gab es auch viele Bücher oder Reparaturanleitungen für viele Töffmarken im Angebot. Auch die passende Bekleidung, das richtige Werkzeug und vieles mehr wurden zum Kauf angeboten. Dass auch die Aussteller selber bei der «Konkurrenz» über den Ladentisch schauten, kam vor. «Was kostet dieses Teil?», fragt ein Kollege bei Jürg Salzmann am Stand. «Siebzig Franken, weil Du es bist», lautet seine Antwort. «Ich gebe dir fünfzig», märtete dieser den Betrag herunter. Das Teil wechselte für sechzig Franken den Besitzer. Viele Besucher kamen nach Holderbank, weil sie ein bestimmtes Ersatzteil brauchten. So auch Anton Bartlome aus Seftigen im Kanton Bern. «Ich suche einen neuen Lampenring für meine Maico 250, aber das dürfte schwierig werden.»
Viele langjährige Aussteller
Das Sammeln und Horten von alten Sachen ist für viele schon fast «Sucht». So auch für Jürg Salzmann aus Schafisheim. Der 59-Jährige betont: «Ich bin gerne auf solchen Teilemärkten, obwohl ich ja eigentlich gar nichts mehr brauche. Und wenn ich auch nicht viel verkaufe, räume ich halt alles wieder zusammen und besuche dann den nächsten Markt. Irgendwann muss das ‹Zeugs› halt unter die Leute», erzählte er weiter. Olli Dierbauer begleitet Jürg schon länger. Der 26-Jährige aus Wittnau im Fricktal ist jetzt schon «angefressen», wie er selber sagt: «Ich werde irgendwann, wenn Jürg nicht mehr will, seinen Keller räumen und alleine Oldtimermärkte besuchen.» Sagts, steht auf und verkauft einem Kunden eine neue Drahtbürste.
Hobby wurde zum Beruf
Bevor Esther und Mark Hugget ihr BMW-Classic-Motorcycles-Geschäft in Holderbank an diesem Samstag öffneten, besuchten sie den Teilemarkt im Schachen. Mark Hugget durfte schon als Kind das Motorrad seines Vaters putzen. Als Gegenleistung machte er dann gerne eine Ausfahrt damit, wenn die Eltern ausser Haus waren. Aus einem Hobby haben Esther und Mark vor 25 Jahren eine GmbH aufgebaut, die heute ausschliesslich Handel mit Ersatzteilen für klassische BMW-Motorräder betreibt. «Früher war ich selber auf vielen Märkten», sagt Mark Hugget, «heute unterstütze und besuche ich nur noch den Veranstalter im Dorf.»
Für Veranstalter René Waldburger und sein Team sind solche Engagements wertvoll, denn der Aufwand für die Organisation eines Oldtimer-Teile-Marktes ist gross. «Ich bin froh, dass mein Team alle Arbeiten unentgeltlich macht, nur so können wir diesen Markt auch weiterhin anbieten.»