Die Schweiz als Heimat haben und hier leben dürfen
Rupperswil Die Bundesfeier fand zum ersten Mal in der Reithalle des Auhofs ausserhalb des Dorfes statt. Organisiert wurde sie ebenfalls zum ersten Mal von der IG lebändigs Robischwyl.
Rund 150 Rupperswilerinnen und Rupperswiler, Klein und Gross, trafen sich in der schön geschmückten Reithalle zu einem üppigen Buurebrunch und zur 1.-August-Feier. Festrednerin war Irène Kälin, Nationalrätin und Präsidentin der Grünen Aargau. Umrahmt wurde die Feier musikalisch vom Duo Beata Bereuter (Gesang und Gitarre) und Martin Dürrenmatt (Perkussion).
Für Irène Kälin war es eine grosse Freude, «an einem so schönen Ort hier bei euch in Rupperswil, einen Katzensprung von Lenzburg, wo ich aufgewachsen bin, und Aarau, wo ich heute wohne, mit euch feiern zu dürfen», sagte sie zur Begrüssung, «denn so eine Heimat zu haben, ist ein wahnsinniges Privileg».
In ihrer Festrede ging sie auf die aktuellen Geschehnisse weltweit ein: Wir sehen Krieg in Europa, wir sehen Gewalt und Leid auf allen Kontinenten und wir sehen Demokratien, die unter Druck geraten: «Und genau in dieser Welt leben wir, in einem Land, das frei und sicher ist, stabil und reich, in einem Land mit einem starken Rechtsstaat, mit zuverlässigen Institutionen und mit einem chancenschaffenden Bildungssystem.»
Die Schweiz schwitzt
Die Schönheit unseres Landes wurde uns geschenkt, so wie allen auf dieser Welt. «Wir leben alle auf dem gleichen Planet – über acht Milliarden Menschen – der Planet ist für uns alle gleichermassen Heimat», schwenkte sie hinüber zu aktuellen Themen wie Treibhausgasemissionen, Artenvielfalt, Hitzewellen mit unsäglichen Waldbränden, verdorrten Wiesen und ausgetrockneten Flussbetten. «Ich gebe zu, ich bin nicht besonders hitzeresistent, meine Grenze liegt schon bei 28 Grad», wurde sie persönlich. Sie schaute auf vergangene Zeiten zurück und zählte auf, was ein heisser Sommertag bedeutete: «28 Grad, man suchte den Schatten, sprang ins kühle Nass oder brätelte draussen im Wald.»
Kälin ging vor Jahren in die Politik, weil sie Ungerechtigkeiten nicht einfach hinnehmen wollte, und erwähnte dabei den Klimaschutz als eine der grössten Ungerechtigkeiten unserer Zeit: «Das ist keine Frage von Links oder Rechts, es ist eine Frage von Verantwortung – es braucht grosse Taten und einen weltweiten Konsens, die Klimakrise zu stoppen.» Für Kälin reichen aber auch schon viele kleine Taten wie ein Hitzeplan mit mehr Schattenplätzen, mehr Wasser, mehr Grünflächen oder gut isolierte Gebäude und ein gemeinsamer Wille, um im Kampf gegen den Klimawandel zuvorderst in der Reihe zu stehen. «Ich bin überzeugt, dass wir das können, denn wir haben das Wissen und die Technik für einen Umstieg auf erneuerbare Energie. Vorsorge war schon immer eine Stärke unseres Landes. Wir haben Wildbäche verbaut, wir haben Lawinen gesichert, wir haben Hochwasserschutzbauten erstellt aus Verantwortung gegenüber unserer schönen Heimat, gegenüber unseren Kindern und Enkelkindern und aus Verantwortung gegenüber unserem Planeten.»
Mit einem grossen Dankeschön schloss sie ihre Festrede: «Danke, dass ich heute in eurer Heimat unseren Feiertag feiern darf, denn es gibt nichts Schöneres, als eine Heimat zu haben.»
Gemeinderat Ettore Mariani sagte schon vorab, wie wichtig guter Zusammenhalt für eine Gemeinde ist, und bedankte sich bei Fabian Kummer, Präsident der IG lebändigs Robischwyl, für die Durchführung des Anlasses und speziell bei Kathrin und Fritz Kummer für den tollen Buurebrunch auf ihrem Auhof.









