Der Tunnel aus Stahl machts möglich

Niederlenz Die Kiesreserven in der Neumatte sind ausgeschöpft. Um nahtlos Kies abbauen zu können, muss die angrenzende Abbaufläche Herrengasse vorbereitert werden. Ein erster Schritt dazu ist ein Tunnel aus Stahl.

Beeindruckende Ausmasse: Der Stahltunnel beim Aufbau. Foto: Anton Grob
Beeindruckende Ausmasse: Der Stahltunnel beim Aufbau. Foto: Anton Grob

Die stark benutzte Strasse Herrengasse trennt die beiden Abbaugebiete Neumatte und Herrengasse in Niederlenz. Wie die Strasse gequert werden soll, darüber sind schon viele Gedanken angestellt und Berechnungen vorgenommen worden. Eine Überführung, eine Unterführung oder gar die Herrengasse verlegen?

Knacknuss bildet die Tatsache, dass sich im Strassenkörper die Sauberwasser-Transportleitung mit einem Durchmesser von 25 Zentimeter vom Grundwasserpumpwerk Hard I nach Wohlen sowie weitere Leitungen befinden.

Eine Verlegung der Herrengasse wurde auch aus Kostengründen fallen gelassen. Ebenfalls scheiterte eine Überführung. Grund waren die projektmässig ausgewiesenen beidseitig zu steilen Rampen. Zudem hätte die Verkehrssicherheit eine Verkehrsampel oder eine Barriere erfordert. Da blieb als beste Lösung nur noch der Bau einer Unterführung.

Verkehrsumleitung ist erstellt und signalisiert

Der Tunnel, in der Fachsprache Wellstahlrohr genannt, wurde an Ort und Stelle von Fachkräften der Firma Kibag mittels 113 Wellstahlelementen und 3600 Stahlschrauben zusammengesetzt. Die Tunnelbauarbeiten begannen Anfang März und dauern noch bis Ende Mai. Für die Verkehrsteilnehmer wurde mit den beiden Flurwegen Hummel- und Hardiweg eine taugliche Verkehrsumleitung geschaffen. Das neue Abbaugebiet Herrengasse wird über die bestehende Zufahrt zum Kieswerkareal in Wildegg erschlossen.

Um alle Kiesvorkommen im Raum Herrengasse–Länzert abbauen zu können, muss der Stahltunnel mit der elliptischen Form rund 50 Jahre herhalten.

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