Aufgeben war nie ein Thema

Othmarsingen Roberta Schibli hat sich mit Rubys Café im Herbst 2019 einen Traum erfüllt. Coronabedingt fiel ein solider Aufbau nur wenige Monate später ins Wasser. Etwas Positives hat die Pandemie für ihr Leben – es hat ihre innovative Ader beflügelt.

Nicht nur von Freunden und Bekannten wird die Störköchin gerne gebucht: Roberta Schibli (rechts) beim Vermitteln ihrer Kochkünste (fürs Foto ohne Maske). Foto: zvg
Nicht nur von Freunden und Bekannten wird die Störköchin gerne gebucht: Roberta Schibli (rechts) beim Vermitteln ihrer Kochkünste (fürs Foto ohne Maske). Foto: zvg

Die Enttäuschung beim ersten Lockdown war gross», sagt Roberta Schibli. Dies musste erst verdaut werden, doch deswegen zu resignieren, stand ausser Frage. «Während des Ausnahmezustands nutzte ich die Zeit, um kreative Lösungen zu suchen», sagt Schibli. Sie wurde fündig, rief einen Picknickkorb mit orientalischen Spezialitäten ins Leben, stellte einen Kochkurs auf die Beine und zog Aufträge als Störkoch an Land. Zwischen den beiden Lockdowns baute sie das Angebot ihres Cafés/Restaurants aus, verband auch mal Kulinarik mit Kultur. In dieser Zeit gab sie in ihren Räumlichkeiten zudem Kochkurse. «Meine Wurzeln sind ja aramäisch, wo nicht nur das Essen einen Kultstatus hat, sondern auch das Zubereiten der Speisen», sagt sie. So würden denn in der Küche beim geselligen Zusammensein alte Rezepte ausgetauscht, gekocht, sich gegenseitig Tipps gegeben und auch viel gelacht. Genau das erleben auch ihre Gäste. Und schmecken tuts offenbar ebenfalls.

Projekt Störkoch kommt gut an

Bis sie die Pforten von Rubys Café wieder öffnen und erneut Kochkurse geben kann, ist sie nun ein- bis zweimal die Woche als Störkoch unterwegs. «Meist werde ich gebucht, um orientalische Speisen auf die Teller zu zaubern. Aber es kommt auch vor, dass ich mediterrane Gerichte oder Schweizer Gaumenfreuden kochen soll», sagt die 45-Jährige.

Dabei überlässt sie es den Auftraggebern, ob sie «nur» bekocht werden oder auch selber beim Zubereiten helfen möchten. «Natürlich alles mit Maske und Abstand», betont sie. Die Zutaten nimmt sie mit, je nachdem auch das passende Geschirr. Und wenn dann alle Speisen attraktiv präsentiert auf dem Tisch stehen, packt die Störköchin ihre Siebensachen und lässt die Familie geniessen.

«Ich vermisse meine Gäste»

Natürlich hofft auch Roberta Schibli, dass sie Rubys Café bald wieder öffnen kann. «Nach jeder Information des Bundesamts für Gesundheit bin ich total frustriert. Denn ich möchte mein Café, das ich mit viel Herzblut eingerichtet habe, auch mit den Gästen zusammen geniessen können. Ich vermisse sie», sagt sie wehmütig. Doch die Enttäuschung währt jeweils nicht lange. «Ich bin durch und durch ein positiver Mensch», sagt sie.

Und so erstaunt denn nicht, dass sie schon das nächste Projekt im Köcher hat: einen Online-Kochkurs, bei dem die Teilnehmer die Zutaten zugeschickt bekommen. Das Handwerk des Kochens bekommen sie dann über einen Livestream vermittelt. Eines ist für Roberta Schibli ganz klar: Aufgeben war nie ein Thema.

Rubys Café, Othmarsingen. Orientalische und vegane Spezialitäten, www.rubyscafe.ch.

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