«Schiefgehen wird sowieso etwas»

Lenzburg Monika Sattler aus Lenzburg möchte in 30 Tagen 30 Schweizer Berge bewandern. Ziel der grossen Challenge ist es, neue Menschen und ihre eigenen Grenzen kennenzulernen.

Hier noch unterhalb der Waldgrenze: Wo Monika Sattler hin will, wächst nicht mehr viel.Foto: zvg

Hier noch unterhalb der Waldgrenze: Wo Monika Sattler hin will, wächst nicht mehr viel.Foto: zvg

Monika Sattler will einmal mehr an ihre persönlichen Grenzen stossen und andere dazu motivieren, dasselbe zu tun.Foto: zvg

Monika Sattler will einmal mehr an ihre persönlichen Grenzen stossen und andere dazu motivieren, dasselbe zu tun.Foto: zvg

Es sind 30 Tage, 30 zu bewandernde Berge und 40000 Höhenmeter. Das Ziel, das sich Monika Sattler aus Lenzburg gesteckt hat, ist hoch. Für sie ist es nicht die erste Challenge, aber eine weitere, die ihren Körper und ihren Geist herausfordern soll. 2018 fuhr Sattler die Vuelta a España. Die sogenannte Spanienrundfahrt absolvierte die Lenzburgerin damals als erste Frau nur wenige Stunden vor der Rundfahrt der Männer. 2022 fuhr die damals 36-Jährige alle 124 Pässe der Schweiz innerhalb von 26 Tagen mit dem Velo. Woher kommt es, dass sich Sattler immer wieder neu herausfordert? «Ich bin ein extrem neugieriger Mensch», sagt sie und fügt an: «Ich teste immer wieder gerne mich selbst und neue Erlebnisse. Wenn ich bei meinen Challenges an der Startlinie stehe, dann weiss ich nie, ob ich es tatsächlich schaffe.» Bisher hat Sattler alle ihre hoch gesteckten Ziele erreichen können. Das überraschte teilweise ihr Umfeld. «Am Anfang sagten mir sicherlich immer 80 Prozent aus meinem Umfeld, dass die Aufgaben unmöglich seien. Heute fragen sie sich nur, was noch kommen wird», erzählt Sattler und lächelt. Was sicherlich kommt, sind die 30 Wanderungen, die die Lenzburgerin zwischen dem 22. Juli und dem 20. August absolvieren wird. Die einzigen Regeln, die sich die Läuferin beim Planen ihrer Tour gesteckt hat: «Alle Berge müssen ohne Kletterausrüstung zu bewandern sein.» Für den Weg hinunter nimmt Sattler zudem die Seilbahn.

Auch beruflich ist die Lenzburgerin, die bereits in Australien, den USA und Spanien gelebt hat, regelmässig draussen anzutreffen. Sattler berät Führungskräfte in Fragen rund um die professionelle Leistungsfähigkeit und Resilienz. «Kadermitarbeitende sind häufig sehr gestresst, ich gehe gerne mit ihnen in die Berge und arbeite dort.» Wer leistungsfähig sein möchte, müsse auf viele Faktoren achten, sagt die Coachin. «Genügend Schlaf, Bewegung und Ernährung sind wichtige Bausteine von meinem Prinzip.»

Zusammen mit noch Fremden auf den Berg

Doch zurück zur aktuellen Challenge von Monika Sattler. Hintergrund dieser Mammutaufgabe ist unter anderem auch die Entschleunigung. «Heutzutage ist praktisch alles sehr schnell. Vieles löst Ängste aus. Mit dieser Challenge möchte ich Ruhe reinbringen und Zeit für gemeinsame Gespräche, gerne auch mit Fremden.» Der Clou an den Wanderungen: Die 40-Jährige möchte ein Gemeinschaftsprojekt daraus machen. «Jeder und jede ist eingeladen, mich an einzelnen oder mehreren Tagen auf meinen Routen zu begleiten», sagt sie. Interessierte wandern jedoch auf eigene Verantwortung mit. Bereits jetzt hätten sich viele Menschen, vor allem aus Bekannten- und Freundeskreis, gemeldet, um Sattler auf ihrer Mammuttour ein Stück zu begleiten. Die genauen Daten ihrer Reise veröffentlicht Sattler auf ihrer Webseite. Zeitnahe Updates wird sie auf ihrer Reise auf Instagram veröffentlichen.

Übungsroute durch den Lenzburger Wald

Zur Vorbereitung für ihre Reise, die am 22. Juli beginnt, ist Sattler auch viel im Lenzburger Wald unterwegs. «Es gibt hier eine Strecke, die ich kenne, die genau zehn Kilometer geht. Den Weg nutze ich gerne, um mich auch mental auf die Reise vorzubereiten.» Dazu spielt die Läuferin viele Möglichkeiten von potenziellen Problemen in ihrem Kopf ab und überlegt, wie sie damit auf der Reise umgehen wird. Denn: «Schiefgehen wird sowieso etwas, es kommt viel mehr darauf an, wie ich damit umgehen werde.» Respekt habe sie vor allem auch vor der mentalen Müdigkeit. «Zudem weiss ich, dass ich Probleme mit meiner Achillessehne bekommen könnte.» Die Reise möchte Sattler aber trotzdem durchziehen. «Miteinbezogen ist dabei natürlich meine Gesundheit», stellt sie klar. «Herausforderungen wird es immer geben, die Frage ist, wie ich während der Reise damit umgehe.»

www.monikasattler.com

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