Mit wissenschaftlichen Daten den Weg zu mehr Biodiversität ebnen

Landwirtschaft Als einziger Schweizer Landwirt beteiligt sich der Othmarsinger Michael Suter an einem internationalen Projekt, um Daten für mehr Biodiversität zu erheben.

Grosser Auflauf: Im Lenzburger Wildenstein informiert der Othmarsinger Landwirt Michael Suter Interessierte über seine Teilnahme am Projekt «Natur-positive Agrarsysteme».Foto: Fritz Thut
Grosser Auflauf: Im Lenzburger Wildenstein informiert der Othmarsinger Landwirt Michael Suter Interessierte über seine Teilnahme am Projekt «Natur-positive Agrarsysteme».Foto: Fritz Thut

Auf einem Feld im Lenzburger Wildenstein, das er von Myrtha Dössegger gepachtet hat, informierte der 30-jährige Jungbauer Michael Suter zusammen mit zwei deutschen Verantwortlichen über seine Teilnahme am Projekt «Natur-positive Agrarsysteme» (NaPA). Mehrere Dutzend Personen, Berufskollegen von Suter, aber auch Vertreter aus dem Natur- und Vogelschutz, nahmen an der Orientierung teil.

Systematisch Daten sammeln

«Ich bin daran interessiert, dass rund um die landwirtschaftliche Produktion die Biodiversität erhalten bleibt», schilderte der junge Bauer seine Motivation, bei NaPA mitzumachen.

Weitere 19 Betriebe aus Deutschland und Österreich beteiligen sich an der Aktion, bei der es in erster Linie darum geht, wissenschaftliche Daten zu erheben, wie sich beispielsweise Ausgleichsstreifen auf Artenvielfalt und Bodenbeschaffenheit auswirken. Die Orientierung fand am Rand eines solchen Streifens statt. Zufällige Spaziergänger finden auf Tafeln ebenfalls Informationen.

Mit Messgeräten werden beispielsweise Zahl und Art von Insekten erhoben und wöchentlich der Zentrale gemeldet. Sebastian Funk erläuterte technische Details zu diesem «ganzjährigen Biodiversitätsmonitoring». Professor Franz-Theo Gottwald bettete als Umweltethiker und Agrarökologe NaPA in den grossen Kontext ein: «Hier stehen die Landwirte im Mittelpunkt, denn auch mit Regerationsflächen muss für sie die Kasse stimmen.»

Wissensvorsprung macht Spass

Für Michael Suter stimmt die Rechnung. Der monatliche virtuelle Austausch mit den andern NaPA-Kollegen kostet zwar Zeit, doch für ihn lohnt sich der Aufwand: «Das Ganze macht Spass und man profitiert von einem gewissen Wissensvorsprung.» Speziell bei der Entwicklung von nachhaltigem Saatgut – die Firma Syngenta ist am Projekt beteiligt – sieht Suter «grosse Chancen».

Internet: www.naturpositiv.de.

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