Kirschen vom Eichhof überzeugen am Qualitätswettbewerb
Egliswil Jedes Jahr veranstaltet der Aargauer Obstverband den Kirschenqualitätswettbewerb. Familie Baur aus Egliswil errang dabei den 2. Platz und eine Goldmedaille. Noch bis in den Juli hinein gibt es das schmackhafte Obst beispielsweise im Direktverkauf am Hof.
Die ersten Reihen Kirschbäume in der gut einen Hektar grossen Steinobstanlage sind bereits abgeerntet. «Wir haben rund 800 Bäume. Diese Sorte Kirschen hier haben wir ab dem 4. Juni gepflückt, da begann die Saison», erläutert Urs Baur während des Besuchs. Einige Meter weiter leuchten bereits die Früchte einer weiteren Kirschsorte rot zwischen grünen Blättern hervor. Zum Schutz vor Hagel sei die Anlage mit Netzen geschützt, zudem schützen über den Bäumen aufgestellte Planen vor Regen. Baur ergänzt: «Direkt darunter sind die Temperaturen am höchsten, in Bodennähe sind sie etwas niedriger.» Kein Wunder also, dass die höher wachsenden Kirschen ein bisschen eher reif werden. «Zu Saisonbeginn waren wir nur mit einigen Angestellten in der Ernte», führt er aus. «Jetzt sind hier 15 bis 20 Personen im Einsatz.»
Natürlich sei das warme Wetter hilfreich für den Obstanbau. Doch Urs Baur schränkt ein wenig ein: «Wenn es so warm bleibt, bedeutet das für die Bäume natürlich Stress. Und folglich für alle Mitarbeitenden. Idealer wäre eine Erntezeit von sechs bis sieben Wochen.» Im Rahmen des Kirschenqualitätswettbewerbs besuchen zu Beginn der Saison zwei Experten die teilnehmenden Obstbauern – so auch Familie Baur auf dem Eichhof. «Zur Bewertung zählt dabei nicht nur der Geschmack, wie man eventuell denken könnte», erklärt Baur das Vorgehen. «Hinzu kommen Kriterien wie Fruchtbehang, die Grösse der Kirschen, deren Qualität und dazu der Gesamteindruck der Anlage.» Zudem ergebe sich dabei die Gelegenheit zu fachlichem Austausch, beispielsweise über den Schnitt der Obstbäume. «Insgesamt ist der gesamte Eindruck entscheidend», stellt der Obstproduzent fest.
Gute Zusammenarbeit im Obstanbau
Der Aargauer Obstverband informiert, dass in diesem Jahr 12 Betriebe am Wettbewerb teilgenommen haben. Obwohl die Witterungsbedingungen mitunter schwierig gewesen seien, seien Erträge und Qualität in diesem Jahr im Kanton hervorragend. Am 11. Juni standen die Platzierungen fest. «Wir sind sehr zufrieden mit unserem 2. Platz und der Goldmedaille», freut sich Urs Baur sichtlich. Ein grosser Teil des angebauten Steinobstes gehe in den hofeigenen Direktverkauf. «Ausserdem geht ein Teil an Läden und Märkte hier in der Region», teilt er mit. «Und wir beliefern ebenfalls andere Direktverkäufer hier in der Region.» Im Gegenzug ergänzt der Eichhof sein Angebot mit Beeren dieser Direktvermarkter. «Uns ist dabei wichtig, dass die Qualität stimmt und die Früchte regional sind», betont Urs Baur. Überhaupt bestehe zwischen den Obstanbauern im Aargau ein gutes Miteinander: «Wir tauschen uns über Neuerungen aus. Es ist wirklich eine super Zusammenarbeit.»
Neben den Kirschen produziert der Hof Zwetschgen, Mirabellen, Nektarinen und Aprikosen. Im Vorbeigehen ergibt sich kurz der Kontakt zu einer wichtigen Mitarbeiterin – der Hummel. Lachend zeigt Baur ein Hummel-Nest am Fusse einiger Bäume. «Die Hummeln bestäuben unsere Pflanzen.» Auch die Bienenvölker eines befreundeten Imkers seien bereits zum Einsatz gekommen. Schliesslich stellt der Obstproduzent noch sein persönliches Lieblingsobst vor: «Ich mag besonders Aprikosen.» Zum Schutz vor Schädlingen wie Läusen kämen hier auf dem Hof Schwebefliegen als Nützlinge zum Einsatz. «Nachhaltigkeit ist uns nicht nur im Obstbau, sondern auf dem ganzen Betrieb wichtig», sagt Urs Baur.
Noch bis ungefähr am 10. Juli gibt es die ausgezeichneten Kirschen im Direktverkauf auf dem Eichhof. Aprikosen hat es vermutlich bis Ende Juli.







