Bewegte Technik von damals lässt noch heute Herzen höher schlagen
Sarmenstorf In Sarmenstorf stellen Andrea und Alex alle zwei Jahre ein Oldtimertreffen auf die Beine. So versammelten sich am letzten Samstag Automobile, Militärfahrzeuge, Traktoren und weitere interessante Maschinen aus früheren Jahrzehnten.
Gespannt sammelten sich die Besucherinnen und Besucher auf dem Platz, auf dem ein Strahltriebwerk in Aktion gezeigt werden sollte. Der Besitzer Simon Geissmann bat die Interessierten, sich nicht direkt neben das Triebwerk zu stellen – zu ihrer eigenen Sicherheit. Als er das Triebwerk schliesslich startete, fühlten sich die Anwesenden plötzlich wie auf einem Flugplatz. Flirrend vor Hitze verschwamm die Aussicht hinter dem laufenden Strahltriebwerk. «Das war ziemlich beeindruckend», so das Fazit eines Zuschauers kurz nach Ende der Demonstration. Vermutlich klingelten dem einen oder anderen noch einige Zeit die Ohren. Definitiv präsentierte der Besitzer Simon Geissmann mit dem Triebwerk eines der Highlights des diesjährigen Oldtimertreffens. «Es wurde hauptsächlich im Flugzeug Aero Delphin L-29 verwendet.» Zur Frage, wie er an das gute Stück gekommen sei, scherzte er: «Eigentlich wollte ich einen Rasenmäher-Motor ersteigern.» Er sei Mechaniker und sammle gern besondere Maschinen – diese sei zudem in einem sehr guten Zustand gewesen. «Ich bin aber zum ersten Mal als Aussteller an einem Oldtimertreffen dabei», merkte Geissmann an.
Historisches erlebbar machen
Über die vielen angereisten Oldtimer und Besuchenden freute sich Alex Hagenbuch sichtlich. Wie viele Teilnehmende ans Treffen kamen, konnte er nicht genau sagen: «Eine Anmeldeliste haben wir nicht.» Das Interesse am Anlass sei aber immer recht gross. «Wir überlegen uns deswegen, welche Highlights es am Treffen geben soll», sagte er. Neben dem besagten Triebwerk sei zudem das Ausbildungsmodell einer Royal Airforce Spitfire MK IX zu sehen – ausgestellt von der Re-Enactment Gruppe HQ Command. Dort, umgeben von Militärfahrzeugen und einem Armeezelt, stand sie, die Lady Ellen III.
Adi Bieler und Stefan Meier erzählten, wie HQ Command in den Besitz des Modells kam. «Dieses Modell ist übrigens nie geflogen», führte Bieler aus. «Es diente im Zweiten Weltkrieg bei der Royal Airforce nur zu Ausbildungszwecken. Beispielsweise zur Frage, wo etwas angebracht werden muss.» Nach dem Krieg gelangte das Modell ins Boeing Museum in Seattle und von dort 2013 in die Schweiz. Adi Bieler dazu: «In Seattle kam eine funktionsfähige Spitfire in die Sammlung und das Modell hier wurde ausgemustert.» Nach einer aufwendigen Restauration sei die Lady Ellen also hin und wieder an Oldtimertreffen zu sehen. «Uns ist noch wichtig, dass wir den Krieg nicht verherrlichen», betonen die beiden. Ihnen gehe es vielmehr darum, Geschichte nahbar zu machen. «Deswegen kommt auch der Alltag der Soldaten vor, mit der Musik wie Swing und Rock’n’Roll.» Wie schon das Triebwerk war das Spitfire-Modell ein recht beliebtes Fotomotiv an dem Treffen.
Ebenfalls beliebt waren ein Schotterwerk mit einem alten Steinbrecher in Aktion sowie eine Raupen-Schneefräse aus dem Jahr 1943. Ein Video zeigte, dass sie heute noch Schnee räumen kann. Einige Meter davon entfernt reparierte Daniel Lörtscher Motorräder der Marke Condor A350. «Viele kennen sie noch von früher, aus ihrer Zeit beim Militär, oder besitzen inzwischen ein eigenes Modell», erzählte er, während er einen Vergaser in Ordnung brachte. Kaum gesagt, kamen einige Interessierte vorbei und schauten ihm über die Schulter.









