Heftiges Unwetter richtet in Seetaler Gemeinde grosse Schäden an

Beinwil am See Am Abend des 8. September fegte eine Gewitterfront über das Seetal. Dabei wurden vor allem in Beinwil am See grosse Schäden angerichtet.

Das abgerissene Dach wurde mit einer Blache zugedeckt.Foto: AW

Das abgerissene Dach wurde mit einer Blache zugedeckt.Foto: AW

Ein Holzstück des abgerissenen Daches bohrte sich einige Häuser weiter wie ein Pfeil in die Hauswand eines Wohnblocks.Foto: AW

Ein Holzstück des abgerissenen Daches bohrte sich einige Häuser weiter wie ein Pfeil in die Hauswand eines Wohnblocks.Foto: AW

Beim Hafen in Beinwil am See fiel ein grosser Baum in den See und bedeckte teilweise die Boote.Foto: Andreas Walker

Beim Hafen in Beinwil am See fiel ein grosser Baum in den See und bedeckte teilweise die Boote.Foto: Andreas Walker

Beim Ehepaar Eichenberger wurde das gesamte Dach abgerissen. In der Bildmitte unten ist das Haus zu sehen, das mit einer Blache abgedeckt wurde. Foto: Andreas Walker

Beim Ehepaar Eichenberger wurde das gesamte Dach abgerissen. In der Bildmitte unten ist das Haus zu sehen, das mit einer Blache abgedeckt wurde. Foto: Andreas Walker

Auch an den Ufern kam es zu Schäden: Umgestürzter Baum im Hafen (Luftaufnahme).Foto: AW

Auch an den Ufern kam es zu Schäden: Umgestürzter Baum im Hafen (Luftaufnahme).Foto: AW

Schäden an der Landschaft: Der Wind war so stark, dass die Belastung für manchen Baum zu gross wurde und der Stamm brach.Foto: AW

Schäden an der Landschaft: Der Wind war so stark, dass die Belastung für manchen Baum zu gross wurde und der Stamm brach.Foto: AW

Das Unwetter kündigte sich spektakulär durch Blitze an, die das riesige Gewittersystem durch pausenloses Flackern beleuchteten. Kurz vor 22 Uhr traf eine Böenfront ein, die in Beinwil am See über 80 Dächer beschädigte. Beim Ehepaar Eichenberger wurde das gesamte Dach mit einem lauten Knall abgerissen. Anschliessend deckte die Feuerwehr bis nachts um 1.30 Uhr das Dach notfallmässig ab.

Grossräumig hohe Windgeschwindigkeiten

Wetterdaten zeigen, dass bei diesem Gewitter in Beinwil und der Umgebung grossräumig Windgeschwindigkeiten von etwa 100 km/h registriert wurden. Die Schäden in Beinwil deuten jedoch darauf hin, dass lokal deutlich höhere Windgeschwindigkeiten aufgetreten sein müssen. Neben dem abgerissenen Hausdach wurden durch den Wind zahlreiche weitere Dächer beschädigt, und etliche Bäume stürzten um. Doch damit nicht genug. Ein Holzstück des abgerissenen Daches bohrte sich einige Häuser weiter wie ein Pfeil in die Hauswand eines Wohnblocks. Auch beim Dach des Primarschulhauses riss der Wind einige Ziegel heraus, und an zwei Bäumen brach die obere Hälfte ab. Beim Hafen in Beinwil fiel ein grosser Baum in den See und bedeckte teilweise die Boote.

Schäden in einer Linie

Rund 80 Schäden wurden nach diesem Sturm gemeldet. Auffällig ist, dass sich diese alle auf einer Linie befinden. So ein Schadenbild erinnert an eine Schneise, die ein Tornado hinterlässt. Tatsächlich treten sogar bei uns immer wieder Tornados auf. Die meisten kommen im Jura vor. Wahrscheinlich muss man bei uns pro Jahrzehnt mit einem bis fünf Tornados rechnen, die zu mehr oder weniger grossen Sachschäden führen können. Schwache Tornados ereignen sich praktisch jedes Jahr mehrmals. Möglich sind ausserdem Fallböen, die aus der Gewitterwolke stürzen und örtlich sehr hohe Windgeschwindigkeiten erzeugen können. Eine Fallböe ist ein plötzlicher, heftiger Abwind aus einer Gewitterwolke, der mit enormer Wucht auf den Erdboden prallt und sich dort fächerförmig in alle Richtungen ausbreitet. Eine solche Fallböe richtete am 24. Juli 2023 in La Chaux-de-Fonds enorme Schäden an.

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