Geschichten aus der Altstadt – ein Buchprojekt sucht Teilnehmende

Lenzburg Die Lenzburger Altstadt weiss einen mit ihrem besonderen Charme für sich einzunehmen. Genau diese Geschichten und Erinnerungen möchte die bekannte Autorin Gabriela Kasperski für ihr neues Buchprojekt «Weisch na – Altstadtgeschichten aus dem Aargau» sammeln. Dafür ist sie auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen.

Welche Geschichten haben die Pflastersteine und Gemäuer wohl schon erlebt?Foto: zvg

Welche Geschichten haben die Pflastersteine und Gemäuer wohl schon erlebt?Foto: zvg

Gabriela Kasperski ist noch auf der Suche nach lokalen Schätzen. Keine Objekte – Geschichten sollen es sein.Foto: zvg

Gabriela Kasperski ist noch auf der Suche nach lokalen Schätzen. Keine Objekte – Geschichten sollen es sein.Foto: zvg

Im Moment schwelgen viele Lenzburger sicherlich noch in den schönen Erinnerungen an das gelungene Jugendfest – wobei der Altstadt für Umzüge und Feiern eine besondere Rolle zukam. Doch auch im Alltag ist sie einen Besuch wert: Verwinkelte Gässli, kleine Geschäfte, Brunnen und Lokale prägen ihr Bild. Vermutlich fragt sich der eine oder andere im Vorbeigehen, was die Häuser im Laufe der Jahre wohl alles erlebt haben. Ein Frage, der die Autorin Gabriela Kasperski nun nachgehen möchte.

Gemeinsam mit dem Arisverlag plant Kasperski einen weiteren Band des Erfolges «Weisch na – Altstadtgeschichten». Während es in dem Buch um die Zürcher Altstadt ging, inspiriert durch Geschichten von Barbara Streif, ist nun der Aargau gefragt. Gabriela Kasperski ist eine erfolgreiche Autorin von Kriminalromanen sowie Kinderbüchern. Zudem arbeitet sie als Dozentin für Kreatives Schreiben, Schauspielerin und Sprecherin. Aus ihren beliebten Krimireihen sind kürzlich «Bretonisch mit Meeresrauschen» und «Tödlicher Rheinfall» erschienen.

Das spezielle Flair der Altstädte

In der «GeschichtenBäckerei», dem Ort, an dem Gabriela Kasperski und ihr Mann Franz Workshops leiten und coachen, gibt sie schon einmal einen Einblick in das neue Vorhaben. «Das Buch mit den Zürchern kam sehr gut bei den Leuten an», erzählt die Autorin, «bald nach dem Erscheinen gab es Anfragen an den Verlag, ein ähnliches Buch über andere Altstädte zu schreiben.» Die Idee sei gern aufgenommen worden. «Zunächst hatten wir vor, im Aargau die Altstädte von Aarau, Baden und Brugg vorzustellen», führt sie aus. Doch schnell gab es von Seiten des Buchhandels den Vorschlag, sämtliche Altstädte des Kantons einzubeziehen – schliesslich hätten sie bestimmt alle ihre besonderen Geschichten zu bieten. Dem stimmt Gabriela Kasperski zu: «Oft bin ich für Lesungen, insbesondere mit meinen Kinderbüchern, in Aargauer Bibliotheken und habe dadurch schon verschiedene Altstädte kennengelernt.»

Diese seien ja oft wie ein Dorf in einer grösseren Stadt, stellt sie fest: «Dazu besteht dort mitunter eine Gemeinschaft innerhalb der dort lebenden Bevölkerung, ein kleiner Kosmos, der die Welt widerspiegelt.» Nicht zu vergessen die bis ins Mittelalter zurückreichende Bausubstanz, das spezielle Flair des Kopfsteinpflasters. Von ihren Lesungen weiss Kasperski, dass zwei kleine Worte ziemlich viel Gesprächsstoff zutagefördern können. «Gerade in Verbindung mit den Zürcher Altstadtgeschichten frage ich gern ‹Weisch na›, und schon erzählen die Leute interessante Geschichten», berichtet sie und fügt lachend hinzu: «Eigentlich muss ich dann gar nichts mehr lesen.»

Während sie für die Zürcher Geschichten ihre Inspirationen für das Buch von ihrer Bekannten Barbara Streif erhielt, werde es nun etwas anders sein. Jetzt gehe es darum, viele Personen anzusprechen. «Das Vorhaben wendet sich an alle, die eine spannende Erzählung oder Anekdote weitergeben möchten. Gerne mit einer spannenden Wendung oder einem Konflikt», erklärt die Autorin das Vorgehen. «Diese können sie mir zukommen lassen und ich werde daraus Geschichten über die verschiedenen Altstädte schreiben.» Zunächst wolle sie erst einmal Material sammeln und anschliessend schauen, wie viele Geschichten zu den jeweiligen Städten ins Buch kommen. Gegliedert werde das Buch vermutlich nach Jahrzehnten, also wie es bei den Zürcher Altstadtgeschichten der Fall ist. «Es wäre sicher sinnvoll, auch hier mit dem Ende der 1990er Jahre das Projekt abzuschliessen.» Projektentwicklung und Schreiben würden zudem vom Kanton Aargau mit einem Beitrag von Swisslos unterstützt werden.

Wichtig ist Gabriela Kasperski: «Diejenigen, deren Geschichte im Buch aufgenommen wird, bekommen natürlich ein Exemplar als Geschenk.» Zudem sollen sie auch zu Lesungen in den jeweiligen Orten eingeladen werden. «Das ist ein schöner Anlass, um ins Gespräch zu kommen», befindet die Autorin lächelnd. «Oft entsteht dann ein Community-Gefühl, und das ist heutzutage sehr wertvoll.»

Nun hofft sie, dass sich auch viele Lenzburger mit ihren Erinnerungen und Anekdoten über die Altstadt am Projekt beteiligen.

Die Webadresse zur Zusendung der Geschichten: www.weischna-buch.ch/

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