Eric Meier: Traum vom eigenen Atelier verwirklicht

Sarmenstorf Naturstein als Arbeitsmaterial fasziniert Eric Meier schon lange. Nun hat er sich nach seiner abgeschlossenen Ausbildung mit einem eigenen Atelier in Sarmenstorf selbstständig gemacht.

Die filigrane und vielseitige Abschlussarbeit im Stein.Foto: Verena Schmidtke

Die filigrane und vielseitige Abschlussarbeit im Stein.Foto: Verena Schmidtke

Eric Meier hat sich als Steinbildhauer selbstständig gemacht.Foto: Verena Schmidtke

Eric Meier hat sich als Steinbildhauer selbstständig gemacht.Foto: Verena Schmidtke

Hell und freundlich ist es in dem grossen Raum. An den Wänden stehen verschiedene Steinquader, auf einem Tisch eine Figur, die eine Schale trägt – sie weist interessante Schraffuren auf. Daneben eine Sandsteinskulptur: «Katz und Maus», sehr lebensnah. Eric Meier erzählt dazu amüsiert: «Ich werde ganz oft gefragt, ob die nicht gegossen sind. Aber ich habe sie wirklich aus dem Stein herausgearbeitet.»

Seit September 2025 ist er nun selbstständiger Steinbildhauer, berichtet er. Kurz nach Abschluss seiner Ausbildung habe er das umsetzen können. «Bereits während meiner Lehrzeit habe ich an verschiedenen Projekten gearbeitet, die nun auch als Referenz dienen», merkt er an. Dass er in Sarmenstorf, seinem Heimatort, das Atelier einrichten konnte, freue ihn sehr. «Mir liegt das Dorf einfach am Herzen», sagt er, «ich bin ja auch in einigen Vereinen engagiert.» Ausserdem ist er fest in die Fasnacht eingebunden – er gehört zu den Begründern der temporären Beiz «Zirkus Sarminelli». Für den Zunftmeister der Heuröpfel-Zunft kreiert er seit 2018 sehr oft die Plaketten.

Vielseitige Projekte mit Natursteinen

Die Werkstatt, in der noch Esse und Amboss auf eine frühere Metallwerkstatt verweisen, hat sich der 26-Jährige für seine Arbeitsbedürfnisse eingerichtet. «Hier ist zum Beispiel ein Raum mit Abzug», erklärt er. Darin arbeitet er aktuell an einem filigranen Grabstein. Die Wände strich er hell, dazu geben Lampen viel Licht – hilfreich für die feinen Arbeiten an den Steinen.

Eric Meier erzählt, er habe sich schon immer für Naturstein begeistern können. «Mein Grossvater hat mich im Wallis oft mit zum Steine- und Mineraliensammeln mitgenommen – vielleicht kommt es daher», meint er schmunzelnd. Vor seiner Ausbildung zum Steinbildhauer habe er Maurer gelernt, da es in dem gewünschten Bereich nur wenige Lehrstellen gebe. «Allerdings arbeitet man als Maurer heute eher wenig mit Natursteinen», resümiert er etwas ernüchtert. Aber es blieb der Wunsch, sich zum Steinbildhauer ausbilden zu lassen. Diesen hat er letztendlich umgesetzt: Im August 2025 schloss er seine Ausbildung bei der Emil Fischer AG ab. Kurz darauf erfolgte der Schritt in die Selbstständigkeit. «Während meiner Ausbildung habe ich bei Vittorio Fontanive ein Praktikum gemacht», erzählt Meier. «Das war sehr hilfreich für die Bildhauerpraxis.»

Der junge Steinbildhauer ist vielseitig: «Eine meiner Arbeiten war ein Gartenprojekt mit einem Hochbeet aus Natursteinen mit einem Relief. Es ist wirklich schön, wenn man den praktischen Nutzen mit etwas Künstlerischem verbinden kann.» Zudem arbeite er gern in der Natur. «Im Sommer Gartenprojekte und im Winter eher Skulpturarbeiten, das wäre ideal», stellt er fest. Mittlerweile habe er für die Weinbar im Dorf das Schild anfertigen dürfen. «Es ist aus Saint-Michel-Kalkstein, der ist grau-blau und sehr schön zu bearbeiten.» Demnächst plane er, Weinkühler aus Naturstein zu fertigen. Und da die Unterstützung im Dorf gross ist, könne er einige seiner Skulpturen in der Weinbar ausstellen. Für die Zukunft wünscht Eric Meier sich spannende Projekte. Aufgrund der Esse überlegt er schon, ob er nicht Metalle in das eine oder andere Werk einarbeiten könnte. «Auf jeden Fall bin ich offen für jedes Natursteinprojekt», unterstreicht der Steinbildhauer seine Leidenschaft für den Beruf.

Typische Werke eines Steinbildhauers sind auch Grabsteine. «Auch wenn die Erinnerungskultur etwas im Wandel ist», sagt Eric Meier, «denke ich, dass der Wunsch nach schön gestalteten Gräbern bleiben wird.» Schliesslich sei es vielen doch wichtig, einen Ort zu haben, an dem sie sich an ihre verstorbenen Lieben erinnern können. Keine Auftragsarbeit ist ein weiteres Projekt, welches er sich vorgenommen habe. «Ich plane, einen Engel aus Marmor aus dem Wallis anzufertigen», erläutert er. Dazu zeigt er eine Skizze, darauf ist ein kniender Engel zu sehen. Die Idee dazu habe er selbst gehabt. «Den Marmor dafür und für weitere Projekte habe ich in einem Werk in Brig zugeschnitten, ursprünglich stammt dieser aus Domodossola in Italien», führt er aus. Zusammen mit einem Kollegen habe er die Steine nach Sarmenstorf gebracht. Schritt für Schritt können Interessierte demnächst auf seinem Social-Media-Kanal verfolgen, wie aus dem Naturstein eine Skulptur wird. «Ich werde das mit Video aufnehmen. Sicher ist das spannend und es zeigt den aufwendigen Prozess von der Skizze zum Werk», teilt er engagiert mit.

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