Zwei Experten, zwei Welten, eine harmonische Diskussion

Lenzburg Bei der 27. Ausgabe von «Lenzburg persönlich» begrüsste das Müllerhaus zwei herausragende Gäste: Hirnforscherin Barbara Studer und Economiesuisse-Präsident Christoph Mäder. Trotz ihrer unterschiedlichen Fachgebiete harmonierten sie in einer spannenden Diskussion.

Unterhaltsames Trio im Müllerhaus: Peter Buri, Barbara Studer und Christoph Mäder.Foto: Rinaldo Feusi

Für Christoph Mäder, Präsident von Economiesuisse, ist die schönste Lenzburger Tradition das Freischarenmanöver, für Neurowissenschafterin und Unternehmerin Barbara Studer die Serenade. Er würde Donald Trump einen Frisör empfehlen, sie würde ihm vorschlagen, öfters in sich zu gehen und sich an Selbstreflexion zu üben. Die beiden Gäste, die sich am vergangenen «Lenzburg persönlich» den Fragen Peter Buris stellten, verstanden es, ihre Gegensätzlichkeiten transparent darzulegen – dies nicht als Kontrahenten, sondern harmonisch.

Gegensätze, die sich ergänzen

Moderator Peter Buri erklärte gleich zu Beginn, weswegen gerade dieses Duo eingeladen wurde. Denn nicht nur seien die beiden absolute Experten auf ihren jeweiligen Fachgebieten. Auch hätten sie etwas gemeinsam, das auf den ersten Blick vielleicht gar nicht so auffalle: «Sie sind nämlich Experten in wertvoller Ressourcenförderung», erklärte Peter Buri. Sie für das Gehirn und er für die Wirtschaft. Barbara Studer fokussiert ihr Schaffen auf Optimierungen von Prozessen, die sich innerhalb des Hirns abspielen. Sie studierte in Fribourg, Taipeh und Bern und arbeitet mit verschiedenen Forschungsgruppen der Universitäten Bern und Zürich zusammen. Mit ihrem Unternehmen Hirncoach AG möchte sie Menschen Gehirnwissen in Form von praktischen Programmen näherbringen. Christoph Mäder studierte in Basel und erlangte dort auch das Anwaltspatent. Während der Jahrzehnte seiner Arbeit zeichnete er verantwortlich in der Aargauischen Industrie- und Handelskammer, als leitender Rechtskonsulent für Sandoz, Novartis und Syngenta. Er präsidiert Economiesuisse und ist Mitglied des Bankrates der Schweizerischen Nationalbank (SNB).

Erfolgreiche Karrieren mit unkonventionellen Wegen

Beide Gäste haben aussergewöhnliche Berufswege eingeschlagen und dabei Erfolg gefunden. Studer motiviert die Erkenntnis, dass Menschen mehr auf sich selbst achten sollten. «20 Minuten im Wald sind für das Hirn besser als zwei Stunden Hirnjogging», erklärte sie. Von Coaching ohne wissenschaftlichen Hintergrund hält sie wenig. Mäder betonte die Bedeutung von Charakter in der Wirtschaft und erinnerte an seinen verstorbenen Mentor, den bekannten Juristen Kurt Eichenberger. «Ich kam in eine Zeit, in der Unternehmen plötzlich Zahlen schrieben, die zuvor unvorstellbar waren.» Dennoch habe er sich Bodenhaftung bewahren wollen. «Es gibt nur eine Sicherung, und das ist der eigene Charakter.»

Die Gäste begeisterten mit Fachwissen und persönlichen Einsichten. Unter grossem Applaus endete ein weiterer erfolgreicher Morgen der einzig wahren Lenzburger Talkshow.

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