Von Hasen und Hunden

Claudia Rey

Kürzlich erzählte ich einer Arbeitskollegin, dass wir ab und zu die Hasen unserer Nachbarn hüten. Salat schneiden, Wasser auffüllen, Köpfe streicheln. Und dass ich mir immer einen Wecker im Handy stelle, um nicht zu vergessen, die Stalltür abends zu schliessen, damit die Hasen nicht vom Fuchs entführt werden.

Die Arbeitskollegin sagte dann, dass erinnere sie an eine Geschichte aus ihrer Nachbarschaft. Eine ziemlich erstaunliche Geschichte und die ging so: Familie A. hatte einen Hasen namens Hoppel und als sie übers Wochenende verreisten, baten sie ihre Nachbarn, Familie B., den Hasen zu füttern. «Kein Problem und gute Reise», sagte Frau B.

Am nächsten Morgen fütterte sie den Hasen. Alles schien normal. Aber wenige Stunden später, am Nachmittag, war gar nichts mehr normal: Der Hund der Familie B. hüpfte aufgeregt durch den Garten. Die Familie wunderte sich. Dann entdeckte Frau B. den Grund: Zwischen den Zähnen hing etwas sehr Dreckiges, Felliges. Und als sie näher kam, war es eindeutig: ein toter Hase.

Die Türe zum Nachbarsgarten stand sperrangelweit offen. Familie B. war schockiert und Herr B. hatte eine mässig gute Idee, die vor lauter Stress alle Familienmitglieder gut fanden: Sie packten den toten Hasen, wuschen ihn im Lavabo mit Shampoo, föhnten ihn und legten ihn zurück in den Stall. Der Plan: Es sollte so aussehen, als sei der Hase eines natürlichen Todes gestorben.

Am nächsten Tag klingelte es an der Türe. Vater A. stand da und sagte, es sei etwas sehr Merkwürdiges passiert: Im Hasenstall liege der letzte Woche verstorbene Hase Flöckli, den sie im Garten beerdigt hätten. Es sähe aus, als wäre Flöckli frisch gewaschen und frisiert, er rieche nach Lavendel.

Der Hund hatte den toten Hasen ausgebuddelt. Hase Hoppel hingegen hoppelte fröhlich durch den Stall.

Claudia Rey, Journalistin

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