Sanierung geht weiter – vorerst nur auf dem Papier

Meisterschwanden Der Gemeinderat wollte es wissen: Wie steht die Bevölkerung zur Egge-Sanierung?

Die Schulanlage Eggen muss saniert werden. Das Projekt wird erneut aufgerollt.Foto: Michael Küng
Die Schulanlage Eggen muss saniert werden. Das Projekt wird erneut aufgerollt.Foto: Michael Küng

Eigentlich schien beim Projekt «Flipper» alles wie am Schnürchen zu funktionieren: Bevölkerung und Gemeinderat waren sich einig, dass das Schulhausareal Egge saniert werden muss. Bedürfnisse wurden abgeholt. Kredite wurden genehmigt. Wettbewerbe wurden durchgeführt und Aufträge vergeben. «Flipper» war auf Erfolgskurs. Doch im Januar 2025 wurde dem Gemeinderat der Kostenvoranschlag für den «Flipper» unterbreitet. Zeitgleich ging die Erkenntnis einher, dass sich die finanzielle Lage der Gemeinde verschlechtert hat und dies keine kurzfristige Situation ist. Während der darauffolgenden Überarbeitung des Projekts passte der Kanton die Schülerinnen- und Schülerprognose für die Gemeinden bis 2040 an. Es stellte sich heraus, dass Meisterschwanden nicht wie angenommen wachsen würde. «Flipper» war somit zu gross dimensioniert. Das Projekt kam zum Erliegen. Zumindest auf dem öffentlichen Parkett. Der Sanierungsbedarf bleibt bestehen und im Hintergrund wurde weitergearbeitet.

Vergangenen Samstag präsentierten die Gemeinderäte an einem Workshop mit knapp 100 Teilnehmenden drei Varianten: «Flipper», «Flipper light» und «Umsetzung Zielbild im Bestand». Die Räte wollten erörtern, wie die Einwohner zu diesen stehen. Dabei zeigte sich: Niemand will länger warten. Und für die Bevölkerung hat das Einhalten der pädagogischen Standards höchste Priorität. «Das hat mich erleichtert», meint Vizepräsidentin Nicole Lanz (parteilos). In der Grösse solle gespart werden, nicht in der Qualität.

«Flipper» und «Flipper light»

Als erste Variante wurde «Flipper» erneut vorgestellt. Nicole Lanz dazu: «‹Flipper› holt wirklich alle Bedürfnisse der Interessengruppen ab. Auch die der Vereine.» Entscheidend sei aber der Schulraum. Und diesen Bedürfnissen werden auch Alternativen gerecht. Eine der Alternativen wäre die Variante «Flipper light». Statt 12 Schulzimmer wären es noch 9 mit einem Ausgleichszimmer, das multifunktional von Vereinen genutzt werden kann. Wäre Bedarf an einem weiteren Schulraum, könnte man dieses Zimmer kostengünstig und in kurzer Zeit umnutzen. Die Kosten würden auf rund 27 Mio. Franken geschätzt, kalkuliert mit 20 Prozent Abweichung. Variante 3 wäre die «Radikalkur». Das Vorhaben würde komplett gestoppt. Die bisherigen Investitionen würden abgeschrieben und das Projekt neu gestartet. Was notwendig wäre, würde gemacht. Gemäss Kostengrobschätzung wäre mit 23 Mio. Franken zu rechnen. Doch Vorsicht: Das Projekt würde sich zeitlich in die Länge ziehen. Nicole Lanz sieht das mit Skepsis: «Wie sich die Kosten also noch entwickeln würden, kann nur ungenau bestimmt werden.»

Politischer Prozess geht weiter

Nachdem der Gemeinderat Rückmeldungen eingeholt hat, will er entscheiden, in welche Richtung es gehen soll. Kommuniziert wird am Politapéro am 21. Mai.

Das ursprüngliche «Flipper»-Projekt hat wohl wenig Sympathie beim Gemeinderat. Das gleicht sich der Meinung der Bevölkerung an. «Flipper light» schafft mehr Klarheit als Variante drei, würde aber einen Nachkredit an der Gemeindeversammlung erfordern. Nicole Lanz äussert sich vor dem Politapéro nicht wertend zu den einzelnen Varianten. Doch sie stellt klar: «Keine der Varianten ist eine Pinsellösung. Die will auch niemand. Günstig wird es nicht.»

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