Von Eulen und Lerchen

Rebecca Pigoni konzentriert bei ihrer Arbeit. Foto: zvg

Unsere Gesellschaft ist zweigeteilt. Zumindest, wenn es um das Thema Schlaf geht. Da gibt es Lerchen und Eulen. Also Frühaufsteher und die, die recht haben.

Einer neuen Studie zufolge sind zwei Drittel der Menschen Eulen. Zwei Drittel! Mehr als die Hälfte. Wenn man es aufrundet, sind das alle von uns. Und doch herrscht eine Diktatur der Lerchen und alle anderen werden als Morgenmuffel verschrien und in die Koffeinabhängigkeit getrieben. Nichts gegen Kaffee. Ich mag den Geruch so sehr, ich will nach meinem Tod nicht verbrannt werden, sondern geröstet.

Man merkt es: Auch ich bin eine Eule, geboren im Sternzeichen des Siebenschläfers mit Aszendent Schlafsack. Schon der Volksmund sagt: «Morgenstund hat Gold im Mund» und: «Der frühe Vogel fängt den Wurm». Darum denkt die Welt, dass Frühaufsteher die besseren Menschen seien, Vielleicht liegt’s aber auch daran: Die Gesellschaft gibt uns vor, dass es absolut erstrebenswert ist, ein Morgenmensch zu sein.

Das ist Käse. Bestimmt hat jeder schon einmal den Satz gehört: «Aufstehen, die Sonne scheint.» Ja, und was soll ich jetzt machen? Photosynthese? Was ich sagen möchte: Die Welt hat ein völlig falsches Bild von Frühaufstehern. Die Lerchenverherrlichung wird so lange weitergehen, wie die Eulen bei diesem Spiel mitmachen. Darum: Langschläfer, erhebt euch … nicht! Bleibt liegen. Zieht dem Wecker den Stecker oder drückt nochmals die Snoozetaste. Mit dem Hammer.

Zum Glück gibt es zwei Tage der Hoffnung für Eule-Menschen: Wochenende. Kurz vor dem Einschlafen denken sie «Der frühe Vogel kann mich mal» und dämmern lächelnd weg. Bis frühmorgens die Kinder rufen. «Wieso­schlaftihrnichtaus?», murmeln die Eltern. «Ihrseiddochsonstnichtwachzukriegen?» Die Kinder schieben die zufallenden Augenlider der Eltern wieder nach oben: «Aber heute ist Wochenende. Da wollen wir doch nichts verpassen!»

Romi Schmid, Redaktorin

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