Rebbauern-Vereinigung wird fortbestehen
Lenzburg Die Ortsbürger Rebbauern-Vereinigung soll weiterbestehen – doch in anderer Form. Die Präsidentin spricht von einem «Vernunft-entscheid».

Die Ortsbürger Rebbauern-Vereinigung gab Ende 2025 nach 75 Jahren die Pacht des Rebbergs am Schlosshang an die Ortsbürgergemeinde zurück. An der kürzlich abgehaltenen 77. Generalversammlung wurde das Fundament für die Zukunft gelegt. Auf den Verein kommt ein besonderes Jahr zu, das im Zeichen des Umbaus steht. Die Mitglieder möchten den Fokus in Zukunft auf die gesellschaftlichen Aspekte setzen, wie etwa die jährliche Weinreise.
Weinkultur gilt als gesichert
Schon vergangenes Jahr wurde publik, dass Pascal und Barbara Furer die Bewirtschaftung des Rebbergs übernehmen. Der Stadtrat als Vertreter der Ortsbürgergemeinde hat den Pachtvertrag nach einem Evaluationsverfahren an die beiden vergeben. Damit wird die Jahrhunderte alte Weinkultur am Schlossberg weitergeführt. Für die Präsidentin der Ortsbürger Rebbauern-Vereinigung ein «Vernunftentscheid». Es sei aufgrund der wachsenden nationalen Auflagen und der lokalen Regulierungen schlicht nicht mehr möglich, in ihrer Vereinsform ein solches Unterfangen zu stemmen. Ebenfalls seien die Reben gegen 40 Jahre alt und würden wohl bald ersetzt. «Die Weiterführung dieses wichtigen Kulturgutes hatte stets Priorität», erklärt sie. Obschon vielen Mitgliedern eine solche Entscheidung schwergefallen sei, sei es eine logische Konsequenz gewesen. Das Projekt ist nun sauber abgeschlossen und es konnte eine saubere Buchhaltung übergeben werden.
Vereinigung wird fortbestehen
Die Mitglieder der Vereinigung trafen sich vergangene Woche zur 77. Generalversammlung. Die statutarischen Geschäfte wurden einstimmig genehmigt. Auch ist klar, dass es weitergeht und nicht an eine Auflösung zu denken ist. Die Generalversammlung sprach sich im Rahmen einer Konsultativabstimmung einstimmig dafür aus, dass die Vereinigung fortbestehen soll. Doch eine letzte Aufgabe gibt es dennoch: Im Übergangsjahr wird man sich ein letztes Mal auf den Vertrieb der Weine konzentrieren und den letzten Jahrgang in den Handel bringen. Mit dem Erlös wird auch das letzte Geschäftsjahr finanziert – mit dem Ziel einer schwarzen Null.
Dann soll es ruhiger werden. Corin Ballhaus: «Dann können wir uns an den schöneren, gesellschaftlichen Traditionen erfreuen. Denn ein Weinberg ist nicht nur schön. Er bedeutet auch viel harte Arbeit.» Finanziert werden soll der Verein zukünftig wie jeder andere auch. Und auch für die «Räblüs», die freiwilligen Helferinnen und Helfer am Weinberg aus der Vereinigung, die sich nicht vom Rebberg trennen mögen, wurde eine Lösung gefunden: Furers haben durchaus Bedarf für motivierte Unterstützung aus unseren Reihen, meint Corin Ballhaus dazu.



