Das Burg-Theater

Fritz Thut
Fritz Thut

Die Wogen gehen hoch in der Stadt Lenzburg. Soll das Jugendfest nach den amputierten Ausgaben in den letzten zwei Jahren wieder in voller Pracht durchgeführt werden? Mit dem Freischarenmanöver? Im Hinblick auf die Notwendigkeit der posttraumatischen Pandemiebewältigung kann die Antwort nur Ja heissen.

Weil kurz, nachdem der Bundesrat das Ende der «ausserordentlichen Lage»verkündet hatte, auf diesem Kontinent eine ehemalige Grossmacht ein aktuell unabhängiges Nachbarland attackierte und mit einem rücksichtslosen Krieg wieder zum Vasallenstaat machen will, kommen Diskussionen auf, ob der Lenzburger Brauch mit seinen konfrontativen Elementen opportun sei.

Die Betroffenheit über die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine ist gross. Soll aber deshalb das bunte Treiben zwischen Altstadt und Schützenmatt abgesagt werden? Bei der emotionalen Diskussion über die für Lenzburg fundamentale Frage tut ein wenig Nüchternheit in der Betrachtung gut. Als vor einem Vierteljahrhundert der Balkankrieg mit Luftangriffen in einem Drittel der Distanz nach Kiew wütete, fanden die Freischarenmanöver wie gewohnt statt.

Was hat sich seither geändert? Das Empfinden grosser Teile der Bevölkerung. Angeheizt von zahlreichen Medien wird vorgegeben, was gut und was böse sein soll. Die Empörungs- und die Gleichheitsrhetorik verwischen Relationen – gesellschaftliche, historische und geografische. Gendersternchen sind typische Blüten dieses Trends fernab des gesunden Menschenverstands. Viele sehnen sich nach der guten alten Ehrlichkeit zurück, als noch Mohrenköpfe gegessen werden durften.

Zurück zum Lenzburger Jugendfest. Das Freischarenmanöver hat einen militärischen Hintergrund. Die Kadetten halfen einst, das Abwehr- und Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu heben. Daran darf und soll erinnert werden. Viele freuen sich auf das Spektakel am 8. Juli. Vielleicht sollte es (heuer) anders heissen: Theater um die brennende Burg.

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