Von der Schule in die Berufswelt; Chance für Jugendliche, Schule und Wirtschaft

Bildung Vergangene Woche durften mehrere Jugendliche ihr Lift-Diplom entgegennehmen.

Setzen ein Zeichen gegen Fachkräftemangel:  Die teilhabenden Geschäfte.Foto: zvg

Setzen ein Zeichen gegen Fachkräftemangel: Die teilhabenden Geschäfte.Foto: zvg

Wenn sich Arbeit auszahlt: Diese Schülerinnen und Schüler erhielten das Lift-Diplom.Foto: zvg

Wenn sich Arbeit auszahlt: Diese Schülerinnen und Schüler erhielten das Lift-Diplom.Foto: zvg

Vergangenen Donnerstag warteten 23 Schülerinnen und Schüler der Lenzburger Rudolf-Steiner-Sonderschule, der Heilpädagogischen Schule (HPS) Lenzburg und der Regionalschule Lenzburg gespannt darauf, ihr Lift-Zertifikat in die Hände zu bekommen. Ein Zertifikat, welches die Lift-Projekt-Teilnehmenden damit auszeichnet, dass sie bereits über mehrere Wochen hinweg Arbeitsluft geschnuppert haben. «Jetzt seid ihr den andern einen Schritt voraus», meint Marcel Mattenberger, der Projektleiter der Regionalschule Lenzburg. «Die Lift-Teilnehmenden ahnen nun bereits, wie es nach dem Schulabschluss sein wird. Das Arbeiten in einem Team und einen oder eine Vorgesetzte gegenüber zu haben, ist für sie nach der obligatorischen Schulzeit nichts Neues. Das Lift-Zertifikat ist ein Zeichen für Leistung und Engagement», ergänzt Mattenberger. Diese Leistung haben die Projektteilnehmenden in verschiedensten Betrieben unter Beweis gestellt. Im Projekt mit dabei sind Betriebe wie zum Beispiel eine Autogarage, ein Alterszentrum, ein Nähatelier und noch viele mehr.

Iris Bachmann, die Inhaberin des Nähateliers «Gufechnopf», hat an der Zertifikatfeier einen näheren Einblick gegeben, was es heisst, am Lift-Projekt teilzuhaben. Bei ihr im Geschäft haben sie nicht nur den ersten Kontakt damit, Etiketten abzupacken oder Kunden zu beraten, sondern auch mit den ersten Arbeitsvorschriften, wie zum Beispiel sich korrekt zu kleiden. Bei Iris Bachmann gibt es keine gerissenen Hosen im Geschäft, sonst muss sie Faden mitgeben, dass sie zu Hause die Hose nähen. Es sei wichtig, sich passend zu kleiden, Bachmann hat hauptsächlich ältere Kundschaft und diese verstehe den Trend mit den Rissen in den Hosen nicht. Man müsse sich aber keine Sorgen machen, dass es bei ihr zu streng zu und her geht. Sie sagt nämlich: «Die Teilnehmenden dürfen Fehler machen, das gehört dazu ... nur aus Fehlern kann man lernen.» Das Lift-Projekt ist jedoch nicht nur für die teilnehmenden Jugendlichen eine Chance, sondern auch für die Betriebe. «Man kann genauer sehen, ob jemand in den Beruf passt», sagt Elvir Civric von der Südwestgarage Lenzburg, als das Zertifikat an seinen Schützling des Lift-Projekts überreicht wird. Man sieht die Jugendlichen nicht nur einmal wie bei einem üblichen Schnuppertag, sondern über mehrere Wochen und könne sich so ein besseres Bild machen. Wie bei einigen der Lift-Betriebe, hat auch bei Elvir Civric ein Jugendlicher durch das Projekt gleich eine Lehrstelle erhalten. Nicht nur durch die erlangten Lehrstellen, aber auch generell durch den Einblick in den Berufsalltag ermöglicht das Lift-Projekt den Jugendlichen eine Zukunftsperspektive.

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