Vernetzen durch gemeinsames Kochen
Integration Bereits im Februar fanden sich in Lenzburg rund 30 Personen zusammen, um gemeinsam den Anlass «Rüebli & Reis – Aargau kocht gemeinsam» zu gestalten. Einen Monat später freuen sich die Organisatoren erneut über das grosse Interesse am integrativen Anlass.

Fröhliches Stimmengewirr empfängt die Besuchenden schon auf der Treppe hinauf zum Gloria Coworking. Noch eindrücklicher ist aber der feine Duft aus der Küche – dort giesst eine junge Frau gerade fertig gekochte Pasta ab, während am Herd eine weitere Zwiebeln anbrät. Auf der Anrichte steht verlockend ein Couscous-Salat. «Ja, unser Menü ist vielfältig heute», teilt Arlette Oomen, Projektleiterin der Regionalen Integrationsfachstelle Lenzburg-Seetal (RIF), mit. Ihre Projektmitarbeiterin Zarina Majetić ergänzt: «Zum Salat gibt es Gnocchi mit Ofengemüse, Älplermagronen und als Dessert eine Creme mit Früchten.» In der Küche haben unterdessen die erwähnten Älplermagronen ihren Weg in den Backofen gefunden. Die Stimmung ist gut, die Köche und Köchinnen fachsimpeln miteinander, an einem langen Tisch werden Gesellschaftsspiele gespielt, die jüngsten Teilnehmenden malen und basteln.
Unkompliziert dabei sein
Ins Leben gerufen wurde «Rüebli & Reis» vom Jugendrotkreuz (JRK), das gemeinsame Kochen findet in sechs Regionen im Aargau statt. Ziel sei es, Menschen zusammenzubringen, die Lust haben, sich über kulturelle Grenzen hinweg auszutauschen, betonen Oomen und Majetić vom RIF mit Selina Imwinkelried, Freiwillige beim JRK. Dabei richte sich das Angebot nicht nur an Menschen mit Migrationshintergrund. «Alle sind willkommen», betont Arlette Oomen, «jeder, der mag, darf sich gern einbringen. Es ist eine gute Gelegenheit, um Leute kennenzulernen.» Die Teilnahme sei unkompliziert: «Wir haben eine WhatsApp-Gruppe, über einen QR-Code können sich Interessierte dort anmelden.» Im Sommer und Herbst folgen zwei weitere Termine.
Bevor es ans Kochen gehen kann, stehen die Menüplanung sowie der gemeinsame Einkauf an. «Das ist der beste Weg zu vermeiden, dass Nahrungsmittel weggeworfen werden», erläutert Arlette Oomen. Das vielfältige Menü zeige die spannende kulturelle Bandbreite der Teilnehmenden. In der Küche berichtet Denise Gordillo, sie sei bereits zum zweiten Mal bei «Rüebli & Reis» dabei: «Hier kann man nette Leute kennenlernen und dabei auch noch die Sprache lernen. Es gefällt mir wirklich gut.» Dem stimmt Farah Aden Yussuf zu, während er einige Pfannen wegräumt.
Auch Roman Schurter vom Gloria Coworking freut sich über die positive Resonanz der Mitmachenden: «Wir fungieren als Gastgeber, weil wir gern den Raum für ein vielfältiges Angebot bieten möchten.» Es sei schön zu sehen, wie gut es läuft. «Ziel von allen Beteiligten wäre, wenn wir vielleicht 50 Personen aus Lenzburg und der Umgebung hier begrüssen könnten», merkt er engagiert an. Unterdessen scheinen die Vorbereitungen für das Essen voranzuschreiten, Teller und Besteck werden von einigen Teilnehmenden bereit gelegt, Wasserkaraffen auf den Tischen verteilt. Dazu verrät Schurter, im Februar hätten hauptsächlich Frauen das Kochen übernommen – dieses Mal stünden auch einige Männer mit Begeisterung am Herd. Anna und Oksana erzählen, wie viel Spass es bringt, mit anderen in der Küche zu werkeln: «Die Atmosphäre ist sehr angenehm und man lernt dabei auch noch andere Speisen kennen.»
Den Weg nach Lenzburg habe «Rüebli & Reis» gefunden, als das RIF-Team überlegte, welche Angebote für die Region passend wären, und es habe sich dafür auch mit dem JRK ausgetauscht. «Da sich viele gern in Lenzburg vernetzen möchten, bot es sich an, den Anlass hier zu organisieren», informieren Oomen und Majetić. Da zum Gloria Coworking ebenfalls ein guter Kontakt bestehe, gab es schnell den passenden Ort für den Anlass. Roman Schurter bringt es auf den Punkt: «Kochen verbindet.»



