Trotz steigender Kosten: Lenzburg plant 2027 mit einem Plus
Budget Das Budget 2027 schliesst mit einem Plus von 82 200 Franken ab. Damit die Rechnung aufgeht, ist Lenzburg allerdings auch auf den Kanton angewiesen. Vor allem bei den gebundenen Kosten und der Pflegefinanzierung setzt der Stadtrat auf Entlastungen.
Ein Gesamtergebnis, das positiv ausfällt, ein Richtwert für die Selbstfinanzierung von 5,5 Millionen Franken und ein gleichbleibender Steuerfuss von 105 Prozent: Die Ziele, welche die Stadt Lenzburg für ihr Budget 2027 festgelegt hat, sind hoch und konnten dennoch erfüllt werden, wie die Medienpräsentation in der vergangenen Woche zeigte. Das Budget für das kommende Jahr weist einen Ertragsüberschuss von 82 200 Franken auf. Die Selbstfinanzierung erreicht 6,6 Millionen Franken. Der Steuerfuss bleibt bei 105 Prozent.
Dieses Ergebnis zu erreichen, sei keine leichte Aufgabe gewesen, wie Finanzvorsteherin und Frau Vizepräsidentin Christina Roth erklärt. «Die Ausgangslage vor der ersten Budgetsitzung im Stadtrat war ein Aufwandüberschuss von 8,7 Millionen Franken.» Gründe für den hohen Aufwandüberschuss waren unter anderem die stets steigenden gebundenen Kosten, höhere Abschreibungen und höhere Personalaufwände.
Bei den gebundenen Ausgaben setzt man in Lenzburg die Hoffnung auf den Kanton. Bei der Pflegefinanzierung geht der Stadtrat davon aus, dass die Gemeinden nicht stärker als mit den Kosten des Rechnungsjahres 2025 belastet werden. Ein entsprechender Vorstoss ist im Grossen Rat hängig. Ebenso rechnet die Stadt mit Einsparungen von 0,4 Millionen Franken bei der Sozialhilfe und von 1,1 Millionen Franken beim Asylwesen. Insgesamt verschlechtert sich das Betriebsergebnis auf –3,9 Millionen Franken, verglichen mit dem Vorjahr, in dem das budgetierte Minus 0,4 Millionen Franken betrug.
Die grössten Abweichungen beim Aufwand gegenüber dem Budget 2026 sind die höheren Personalkosten aufgrund neu geschaffener Stellen, die höheren Restkosten für Sonderschulung, Heime und Werkstätten, die höheren Abgaben beim Finanzausgleich sowie die Steigerungen bei den Abschreibungen. Auf der Ertragsseite fallen der höhere Steuerertrag und die höheren Einnahmen aus Geschwindigkeitsübertretungen ins Gewicht. Hinzu kommen die Einnahmen aus dem Kiesabbau auf dem ehemaligen ABB-Areal. Dafür sind im Budget 560 000 Franken eingestellt. Zudem rechnet die Stadt seitens der SWL Energie AG mit einer Dividende von 1,5 Millionen Franken.
Aufgrund der Vielzahl der geplanten Investitionen in den kommenden Jahren rechnet die Stadt in diesem Jahr erstmals mit einer Nettoschuld von 429 Franken pro Kopf. Geplant sind unter anderem eine Containererweiterung und ein Sporthallenprovisorium beim Oberstufenzentrum sowie eine elektronische Busspur an der Seetalstrasse. Alles in allem sind Investitionen von 3,6 Millionen Franken vorgesehen. Ebenfalls im Budget enthalten sind Investitionen, die der Einwohnerrat noch nicht bewilligt hat. Vom Einwohnerrat bewilligt werden müssen derweil noch Investitionen mit Gesamtkosten von 12,6 Millionen Franken.
Dass das Budget positiv ausfalle, sei nicht selbstverständlich, so Roth. Die Lage sei anspruchsvoll. Gerade bei den gebundenen Kosten geht die Stadt einige Risiken ein. So wurde auch die Umwandlung des Schutzstatus S in eine Aufenthaltsbewilligung B nicht budgetiert, da der Stadtrat davon ausgeht, dass die Kosten weiterhin vom Bund und vom Kanton getragen werden.







