Töpferhaus will neue Plätze in Lenzburg schaffen
Töpferhaus Das Kreativatelier der Stiftung Töpferhaus in Lenzburg ist beliebt. Nun möchte das Töpferhaus zusätzliche Plätze schaffen.

Ganze 45 Jahre ist es her, dass eine Gruppe des Cevi Aarau den Verein Töpferhaus gegründet hat. «Ziel war es, eine Wohngemeinschaft für Menschen in schwierigen Lebensumständen zu schaffen», erklärt Regine Frey, Leiterin Kommunikation des Töpferhauses. Was vor über vier Jahrzehnten begann, ist heute zu einer Institution gewachsen. «Seit 2011 ist das Töpferhaus als Stiftung organisiert und neben Aarau auch in Lenzburg und Suhr tätig. Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen werden in den Bereichen Wohnen, Arbeit und Tagesstruktur begleitet und unterstützt», erläutert Frey. Seit 2020 ist die Stiftung auch in Lenzburg aktiv: mit einem weiteren Kreativatelier, Büros für das teilbetreute Wohnen und seit Kurzem auch mit einem Werkatelier. In den grossen, hellen Räumlichkeiten des Kreativateliers können sich Klientinnen und Klienten künstlerisch entfalten. Die Resultate ihres kreativen Schaffens lassen sich überall bestaunen – ob grosse Bilder, kleine Zeichnungen, Keramik, Holzskulpturen oder Webkunst. Ein grosser Teil der Klientinnen und Klienten bezieht eine IV-Rente, andere warten auf eine Integrationsmassnahme der IV mit dem Ziel einer Integration in den primären Arbeitsmarkt. «Altersmässig sind wir sehr durchmischt, ab 18 Jahren bis über die Pensionierung hinaus. Für sie ist das Töpferhaus mehr als nur eine Beschäftigung, sondern ein fester Punkt in ihrem Tag», erklärt René Mollet, Co-Leiter des Kreativateliers. Die Angebote des Töpferhauses sind beliebt. Die 18 Plätze in Lenzburg sind besetzt. Es gibt eine längere Warteliste. «In einem nächsten Schritt möchten wir hier in Lenzburg 24 Plätze anbieten», erklärt Mollet.
Dieses Jahr kommt eine weitere Neuerung hinzu. Aus dem Kreativatelier wird ab September ein Living Museum. Dabei sollen die Türen, vorerst an zwei Nachmittagen, auch der breiten Öffentlichkeit offenstehen. «Wie in einem normalen Museum möchten wir Zeiten anbieten, in denen wir besucht werden können», sagt Mollet. Zusätzlich soll das Malcafé, das heute bereits den Klientinnen und Klienten offensteht, auch für die Öffentlichkeit angeboten werden. Die Idee dahinter: «Während dreier Stunden wird ein vorgegebenes Thema künstlerisch umgesetzt. Dabei ist jede Person in der Wahl ihrer Ausdrucksform frei.» Zudem sollen auch Workshops angeboten werden, in denen neue Gestaltungstechniken entdeckt werden können. «Für unsere Klientinnen und Klienten bieten wir solche Workshops bereits heute an, künftig möchten wir die Kurse gern durchmischen.» Ziel des Living Museums ist es nicht nur, Menschen einen besseren Einblick in die Arbeit des Töpferhauses zu geben, sondern auch die Bilder und Objekte der Kunstschaffenden in der Öffentlichkeit sichtbarer zu machen und durch die Öffnung der Workshops Inklusion zu leben. «Unser Ziel ist es, dass sich unsere Klientinnen und Klienten weniger über ihre psychische Erkrankung, sondern mehr über ihre Kreativität und ihre Werke definieren.»
Die Eröffnung des Living Museums wird mit der Ausstellung «Punkt Punkt Komma Strich» eingeläutet. Die Vernissage findet am 3. September von 17 bis 19 Uhr statt. Die Ausstellung ist ausserdem am 4. September von 13 bis 18 Uhr und am 5. September von 13 bis 17 Uhr geöffnet.



