Stadtkasse Lenzburg mit tiefem Plus: Man investiert im Jetzt für die Zukunft

Finanzen Vergangene Woche wurde der Rechnungsabschluss der Stadt Lenzburg publik. Zwischen viel Positivem findet man auch Punkte, wo Aufmerksamkeit geboten ist.

Frau Vizeammann Christina Bachmann-Roth übernimmt ein straffes Budget.Foto: zvg
Frau Vizeammann Christina Bachmann-Roth übernimmt ein straffes Budget.Foto: zvg

Lenzburg schreibt Gewinn für das Jahr 2025. Das dürfte die Steuerzahlenden freuen. Jedoch liegt dieser Betrag mit 60000 Franken unter den budgetierten 289000 Franken. Auf Finanzvorsteherin und Frau Vize-Ammann Christina Bachmann-Roth kommen intensive Jahre zu. Denn um ein strukturelles Defizit zu verhindern, muss weiterhin genauer hingeschaut werden. Besonders mit Fokus auf die bevorstehenden Investitionen. Trotzdem: Nicht alles ist schlecht. Im Gegenteil: «Dass wir weniger im Plus sind als erwartet, ist nicht auf fehlendes Know-how zurückzuführen. Vielmehr liegt es am Willen, in die Zukunft zu investieren.» Als Beispiel nennt die Finanzvorsteherin die Bleiche. Gleichzeitig will die Stadt den Betrieb auch in Zukunft kosteneffizient führen.

Einkommens- und Vermögenssteuer bleiben stabil

Ein Blick in die Bücher vergangener Jahre zeigt: Die Einkommens- und Vermögenssteuern sind seit Jahren stabil – aber nicht steigend. Seit 2022 befinden sie sich jährlich bei 32 bis 33 Mio. Franken. Das Bevölkerungswachstum Lenzburgs hat sich stabil eingependelt. Grosse Sprünge nach oben sind auch in Zukunft nicht zu erwarten. Christina Bachmann-Roth erläutert: «Wir sind nun in einer guten Grösse und die Steuereinnahmen sind auf vielen Schultern gestützt.» Ein Klumpenrisiko durch den Wegzug einiger sehr kapitalstarker Steuerzahler sei nicht vorhanden. Ein vorerst positives Bild zeigt die Quellensteuer. Waren es 2022 noch rund 1.2 Mio. Franken durfte die Stadt 2025 den doppelten Betrag mit über 2.46 Mio. Franken einnehmen. Jedoch weiss Christina Bachmann-Roth um die Umstände und relativiert: «Das liegt an der Aufarbeitung der Veranlagungen seitens des Kantons. Nicht an auffälligen Veränderungen der Einwohnerzahl.» Auch zeigen die Zahlen vergangener Jahre, dass die Quellensteuer zwar anstieg, jedoch aber nie in namhafter Grösse. Alles in allem bilden die Einnahmen aus Einkommens- und Vermögenssteuer eine solide Basis für die Finanzierung einer agilen Stadtverwaltung – und das seit Jahren.

Die soziale Sicherheit ist Kostentreiber

Der Nettoaufwand der Sozialhilfe lag um 525000 oder 18,5 Prozent über dem budgetierten Wert von 2.84 Mio. Franken. Gegenüber dem Vorjahr stieg der Nettoaufwand um 267000 Franken. Man kann, wenn man so möchte, dem Stadtrat den Vorwurf eines zu zuversichtlich erstellten Budgets vorwerfen. Nicht aber die Höhe der Budgetüberschreitungen. Das schlechtere Ergebnis ist u.a. auf die Erhöhung des Grundbedarfs, gestiegene Miet- und Nebenkosten sowie hohe Platzierungskosten zurückzuführen. Diese Kosten sind allesamt gebunden und vom Gesetzgeber verlangt. Ausserdem fliessen auch wieder Erträge zurück in die Stadtkasse. Ebenso verursachte die Spitex einen Mehraufwand, der inklusive 90000 Franken Nachbelastung auf 256000 Franken kommt. Zum Thema Rückforderung kommt nun ein weniger erfreulicher Fall. Im Asylwesen lagen die Kosten massiv über dem budgetierten Wert. 856000 Franken fiel die Rechnung teurer aus. Die Fallzahlen stiegen im Berichtsjahr stark an. Das hat mit dem Budgetprozess zu tun. Die Budgetierung wurde auf den Fallzahlen 2023 bzw. dem ersten Halbjahr 2024 erstellt. Was ins Auge sticht: Ein Fehlbetrag von 317000 Franken steht in den Büchern - verursacht durch nicht ordnungs- und fristgerecht beantragte Rückerstattungsanträge. Intern führt Frau Vizeammann Christina Bachmann-Roth die Problematik auf akuten Personalmangel zurück. Die Verwaltung hat die Lage erkannt und gehandelt Die Rückforderungen sind hängig bei Versicherern und dem Kanton, wo sie sich erhofft, dass zumindest Teile des Geldes retourerstattet werden. Der Stadtrat spricht von «Schadenminimierungsbestrebungen».

Lenzburg weiterhin effizient

2025 war kein einfaches Finanzjahr für Lenzburg – das räumt auch Christina Bachmann-Roth ein, doch: «Wir leben auf der Stadtverwaltung eine grosse Budgetdisziplin. Trotz angespannter finanzieller Lage können wir uns Unvorhergesehenes noch leisten, ohne direkt ins Minus zu fallen.» Und: «Die Investitionen laufen weiter.» Lenzburg schreibe jetzt weniger Gewinn, um zukünftigen Generationen mehr bieten zu können.

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