Rang zwei an den Swiss Cocktail Open: Philipp Vollmar überzeugte mit besonderem Rezept

Genuss Mit einer aussergewöhnlichen Kreation hat sich Philipp Vollmar an den Swiss Cocktail Open gegen starke Konkurrenz behauptet.

Philipp Vollmar mit Ehefrau Anastasiia und dem preisgekrönten «Wedmedik».Foto: Verena Schmidtke
Philipp Vollmar mit Ehefrau Anastasiia und dem preisgekrönten «Wedmedik».Foto: Verena Schmidtke

Auf der Theke reiht Philip Vollmar die Zutaten für seine Eigenkreation auf. Ein mit Eiswürfeln gefülltes Glas steht schon bereit. «Neben Wodka und Amaretto ist Honiglikör ein wichtiger Bestandteil», merkt er an. «Dazu ist es mir wichtig, dass die Zutaten aus der Schweiz kommen.» Den Frischekick bringt Zitronensaft mit, welchen er gerade aus der Frucht presst. Sämtliche Zutaten wandern in den Shaker, den der Bartender kurz darauf gekonnt schüttelt. Bald darauf füllt er die helle, leicht schäumende Flüssigkeit ins Glas. «Fertig ist <Wedmedik>», sagt der Mitinhaber der Lenzburger «artcibar», während er das Glas herüberreicht.

Der Cocktail duftet fein, unverkennbar ist die leichte Honignote. Diese lässt sich beim Probieren gut herausschmecken, dazu viel Frische – ein gelungener Sommercocktail. Vollmar merkt an: «<Wedmedik> passt ausserdem gut zu Desserts und Kuchen.» Mit einem breiten Lächeln berichtet er, der Honigkuchen seiner aus der Ukraine stammenden Schwiegermutter habe die Entstehung seines Rezepts nicht unmassgeblich beeinflusst. «Meine Frau Anastasiia ist meine Inspirationsgeberin und gleichzeitig meine stärkste Kritikerin.» Die Idee sei gewesen, einen Cocktail für die «Swiss Cocktail Open» zu kreieren, der gut zum Honigkuchen passt. «Deswegen gehört Honiglikör hinein», so der Bartender, und er ergänzt: «Der Name <Wedmedik> kommt aus dem Ukrainischen und bedeutet kleiner Bär – da Bären bekanntlich sehr gern Honig naschen.» Übrigens wurde ein Stück des besagten Honigkuchens am Wettbewerb zum Getränk dazu serviert.

Ursprung in der Ukraine und Produkte aus der Schweiz

Es sei das zweite Mal gewesen, dass er an dem Wettbewerb teilgenommen habe. Bereits im Vorjahr sei er zu seiner Überraschung ins Final gekommen. «Daraufhin habe ich mir überlegt, mich auch in diesem Jahr wieder zu bewerben.» Insgesamt nahmen 60 Personen teil, ins Final am 4. Mai gelangten 24 von ihnen. Philipp Vollmar erklärt zum Ablauf: «Eine Jury von acht Personen bewertete, es gab zwei Durchgänge.» Zu den Kriterien gehöre natürlich in erster Linie der Geschmack, aber auch die Interpretation, die Darbietung und die Story zum Cocktail seien wichtig. «Kurz vorm Final war ich ziemlich nervös», erinnert er sich, trotz des Gedankens, das Wichtigste sei ja, Spass zu haben und dabei zu sein. Die Aufregung habe sich während des Wettbewerbs gelegt. «Als klar war, dass ich mit nur 0,2 Punkten Rückstand auf den 2. Platz gekommen bin, habe ich mich unfassbar gefreut», bekundet er und bekräftigt: «Und ich bin wirklich kein bisschen enttäuscht, weil ich ganz knapp nicht gewonnen habe. Der 2. Platz ist eine tolle Bestätigung.» Seine Berufung in dem Bereich habe er recht früh entdeckt, berichtet der 33-Jährige. Nach der Matura sei er durch einige Länder Europas gereist und habe dabei beschlossen, in Amsterdam an der «European Bartender School» einen Kurs zu belegen. Bereits seit vielen Jahren arbeitet er in der «artcibar». «Seit 2019 bin ich auch Mitinhaber», erzählt er. Zudem sei er in einer Whisky-Distillery tätig und dort auch stellvertretender Geschäftsführer. Vollmar betont: «Bei meinen Rezepten sind mir Zutaten aus der Schweiz wichtig, wie jetzt auch bei meiner Kreation für die Swiss Cocktail Open.» Ausserdem sei «Wedmedik» eine gute Kombination aus den ukrainischen Wurzeln seiner Ehefrau und seiner eigenen Herkunft.

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