Mundart-Lieder-Festival auf Schloss Lenzburg: So war die Lenzburger Ausgabe von «Troubadix»

Schloss Zum 26. Mal traten am «Troubadix Mundart-Lieder-Festival» Liedermacherinnen und Liedermacher in einem spannenden Wettbewerb an. Unter schattenspendenden Bäumen stellten die Bardinnen und Barden dem Publikum ihre Lieder vor.

«Wunderkram» zog ins Final ein und sicherte sich später den Sieg.Foto: zvg
«Wunderkram» zog ins Final ein und sicherte sich später den Sieg.Foto: zvg

Heiter teilten Sarah Rama und Carmen Fenk dem Publikum mit, dass sie ganz kurz vor dem Liederfestival noch einen Song schreiben mussten. Der kam dann auch ziemlich gut an, da er voller Rhythmus und gelungenem Text ist. Wie Moderatorin Irena Mazza informierte, sei das Duo erstmals am Wettbewerb dabei. Das sympathische Duo zog ins Final ein. Ebenfalls zum ersten Mal am «Troubadix» nahm Beat Küng aus Muri teil. Sein kraftvoller Titel «All die Sachen» gefiel den zahlreichen Zuhörenden sehr, schnell klatschten viele mit und sparten später nicht mit Applaus. Irene Mazza meinte augenzwinkernd: «Eben habe ich mich gefragt, ob du früher vielleicht in einer Punkband gespielt hast.» Später sagte er: «Ich war früher in einer Band, eher in der zweiten Reihe. Punk haben wir auch gespielt.» Vor seinem Auftritt sei er sehr aufgeregt gewesen. «Aber ich habe mich wahnsinnig gefreut auf den Auftritt.» Ob voller Humor, etwas avantgardistisch oder nachdenklich – ganz sicher konnte jeder Besuchende ein Lieblingslied für sich entdecken.

Bereits zum 26. Mal erhielten Liedermacherinnen und Liedermacher die Gelegenheit, sich und ihre Songs vorzustellen und miteinander in einem Wettbewerb anzutreten. Glücklicherweise klang keiner der Teilnehmenden auch nur ansatzweise wie der Namensgeber des Festivals: Troubadix aus der Comicreihe «Asterix und Obelix». Dessen Kompositionen zeichneten sich bekanntlich durch deutliche Disharmonie aus, deswegen verbrachte er sämtliche Feiern angebunden an einem Baum.

Hier am Festival konnten sich die Sängerinnen und Sänger vielmehr über viel Beifall aus dem Publikum freuen. Spannend für den Wettbewerb war, dass es eben die Zuhörenden waren, die darüber entschieden, wer ins Final einzog. Zugegeben fiel die Auswahl sicher nicht leicht. «Es gibt zwei Blöcke mit jeweils sieben Teilnehmenden. Das können Gruppen und Solisten sein», erläuterte Gabriel Kramer vom OK den Ablauf. «Es werden dabei zwei Lieder vorgestellt.» Nach jedem Block entschieden die Besuchenden, wer ins Final gelangte. Aus jedem Block seien je drei Troubadourinnen und Troubadoure vertreten. «Neben dem ausgewählten Lied stellen die Teilnehmenden im Final noch ein weiteres vor», führte Kramer aus.

Die Vielfalt der Mundartlieder

Das Schloss Lenzburg bot eine schöne Bühne für das charmante Festival. Gabriel Kramer betonte: «Wir freuen uns sehr, hier auf dem Schloss das ‹Troubadix› ausrichten zu können.» Einige aus dem OK seien in der Mittelalter-Musikszene und am Mittelaltermarkt vertreten, dadurch gebe es Kontakte zum Schloss. «Der Platz draussen und ausserdem der Rittersaal als Wetteralternative sind einfach perfekt», bekundet er. Moderatorin Irene Mazza unterstrich: «Schloss Lenzburg ist sicher einer der schönsten Orte, wo das ‹Troubadix› bisher stattgefunden hat.» Zur Auswahl der Teilnehmenden berichtete Gabriel Kramer: «Wer mit dabei sein möchte, kann sich bewerben. Eine Jury entscheidet nach Kriterien wie Text, Idee und Innovation.» Wichtig sei zudem, dass die vorgestellten Lieder nicht älter als ein Jahr sein dürften. Und wie es der Name schon besagt: Hier ist Mundart gefragt. «Zunächst war es eher ein Aargauer Festival, aber mittlerweile kommen die Teilnehmenden aus der gesamten Schweiz», freuten sich die OK Mitglieder. Und so bekam das Publikum Lieder über «Knorrige Rosensträucher», eine «Morgenroutine» sowie das Wörtchen «Ähm» präsentiert, um eine kleine Auswahl zu nennen. Als Gewinner gingen Sonja Wunderlin und Gabriel Kramer als «Wunderkram» mit ihrem Lied «gschmeidig» aus dem Wettbewerb hervor. «Das Final war sehr spannend», bekundete Kramer später. «Fat Tiger» sei ihnen dicht auf mit «dr Wunder-Doktor» gefolgt. Besonders wertvoll: Drei neue Teilnehmende am «Troubadix» seien ebenfalls in die Schlussrunde gekommen.

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