Mit allen unseren Sinnen

Feuer, Wasser, Erde und Luft hielten die alten Griechen für die Bausteine unserer Welt. Was sagt aber die heutige Wissenschaft dazu? Wie wichtig sind sie in der Märchenwelt? Wer in die Natur lauscht, kann diese vier Elemente täglich erleben.

Märchen und Wahrheit: Karin Lüthi mit dem «Hang» und Eike von Lindern. Das «Hang» ist ein Musikinstrument, das im Jahre 2000 in Bern erfunden wurde, gespielt wird es mit den Fingern und Händen. Foto: Peter Winkelmann
Märchen und Wahrheit: Karin Lüthi mit dem «Hang» und Eike von Lindern. Das «Hang» ist ein Musikinstrument, das im Jahre 2000 in Bern erfunden wurde, gespielt wird es mit den Fingern und Händen. Foto: Peter Winkelmann

Der Titel zur ersten Veranstaltung der Lenzburger Baum-Trilogie vom letzten Samstag lautete «Mit Kopf und Herz näher zur Natur». Umweltpsychologe Eike von Lindern zeigte in Staufen in leicht verständlicher Wortwahl diverse Landschaftsbilder und deren Auswirkungen auf uns Menschen. Die Berner Geschichtenerzählerin Karin Lüthi gab dazu jeweils die Vorgabe. Mit ihrem lebhaften, berndeutschen Dialekt verführte sie die Besucher in die vier Märchenwelten von Feuer, Wasser, Erde und Luft.

Feuer machen und näher zusammenrücken

«Die Welt war noch jung, sie machte Blumen und Bäume», begann Karin Lüthi die Märchenerzählung, «aber sie machte auch Menschen.» Dann erzählte sie, wie ein Ureinwohner im Hochland von Argentinien mit zwei Steinen zum ersten Mal das Feueranmachen entdeckte, und wie so die kalten Nächte dank dem wärmenden Feuer das Volk näher zusammenrücken liess.

Umweltpsychologe Eike von Lindern nahm nun genau dieses Zusammenrücken am Feuer zum Anlass, draussen vor dem Waldhaus in Staufen ein Feuer anzufachen. «Wir machen es uns aber nicht einfach», war er zuversichtlich, «machen wir es wie der argentinische Ureinwohner». Er legte trockene Birkenrinde auf, statt mit Steinen rieb er aber – schon etwas zeitgemässer – zwei Stahlstifte gegeneinander, um die Birkenrinde anzuzünden.

Er war aber doch etwas zu optimistisch, der leichte Wind machte es ihm schwer. «Vor einer Stunde hatte es noch geklappt», verwies er auf den berühmten Vorführeffekt. So nahm er ein Zündholz, legte Holz nach, und schon gab das auflodernde Feuer weiteren Gesprächsstoff. Eike von Lindern sprach von der Wichtigkeit des Feuers für uns Menschen. Am Lagerfeuer werden Alltagsthemen zur Nebensächlichkeit. Neue Kontakte entstehen, Geschichten, Lügen und Übertreibungen machen die Runde.

Auch die anderen drei Elemente – Wasser, Erde und Luft – wurden von Karin Lüthis Märchenwelt bildlich und musikalisch aufgezeigt, und durch die «wissenschaftlichen» Erläuterungen durch Eike von Lindern nahmen viele der Zuhörer die Natur eindrücklicher in sich auf.

Diese interessante Themenwahl bringt nun viel Vorfreude auf die zwei weiteren Anlässe vom 9. September und 10. November 2017 im Rahmen der «Lenzburger Baum-Trilogie». Veranstalter sind der Natur- und Vogelschutzverein Lenzburg sowie der Gartenbauverein Lenzburg.

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