Lenzburger Band will mit Debütalbum hoch hinaus
Kultur Die Band Distortion peilt den nächsten Karriereschritt an – und gibt Einblick in den Entstehungsprozess, der von Erfolg und Eigenarbeit geprägt ist.

Als Headliner trat Distortion beim Aare-Lauf 2026 in Aarau erstmals in neuer Formation auf. Bereits 2024 feierte die Band einen wichtigen Erfolg mit dem Gewinn des Publikumspreises am Nachwuchswettbewerb bandXnordwest. Auch in Lenzburg selbst begeisterte Distortion im vergangenen Jahr am Metschgplatsch.
Von der Schülerband zum Publikumsliebling
Die Ursprünge von Distortion reichen ins Jahr 2017 zurück. Als Schülerband in Lenzburg begann alles mit Oskar Tibi (20), der heute E-Bassist der Band ist. Rund ein Jahr später stiess Sängerin Giulia Isidori (23) dazu, 2020 folgte Schlagzeuger Joshua Brigger (22) von der Musikschule Niederlenz. Anfang dieses Jahres erhielt die Band mit Sascha Tatzreiter (25) einen neuen Gitarristen.
Die Bandmitglieder sind überzeugt, mit ihrer Musik eine Lücke zu füllen. Das Publikum bestätige ihnen immer wieder, dass ihre Musik für alle etwas biete. Auf ein bestimmtes Genre legt sich Distortion nur ungern fest. Alternativer Rock treffe ihre Musik wohl am ehesten, wobei sie sich zwischen Metal, Punk und Pop bewege – selbst ein Blues-Jam habe bereits den Weg ins Liveprogramm gefunden. «Wir spielen in erster Linie für uns und nicht, damit wir um jeden Preis gefallen.» Die unterschiedlichen Songs entstehen dabei nach Gefühlslage. Während die Jungs ein neues Riff entwickeln, improvisiert Giulia passende Texte auf Englisch oder Italienisch – «ein sehr dynamischer Prozess». Nach dem Gewinn bei bandXnordwest erhielt Distortion monatlich ein bis zwei Auftrittsanfragen. «Man kannte uns in der Szene.» Seit dem Wechsel des Gitarristen sei die Nachfrage abgeflacht. Nach einigen Monaten Pause gelte es nun, Veranstaltungsorte für neue Gigs anzufragen. Ihr nächster geplanter Auftritt sei das Album-Release-Konzert. Auf ihrem ersten Album werden zehn Songs zu hören sein, zwei davon sind bereits veröffentlicht. Erscheinen soll es, wenn möglich, Ende Jahr. Bis dahin gibt es allerdings noch viel zu tun: Recording, Mixing und Mastering, Release und Promotion übernimmt die Band vollständig selbst. Das alles nebenbei zu bewältigen, sei zeitlich nicht immer einfach – zumal sich die drei Studierenden Oskar, Giulia und Joshua zuletzt auf ihre Prüfungsphase konzentrieren mussten.
Innerhalb der Band sind die Aufgaben klar verteilt. Giulia betreut die Social-Media-Kanäle, Oskar kümmert sich darum, die Musik auf Spotify zu veröffentlichen und die Algorithmen zu nutzen. Joshua übernimmt das Mixing und Mastering der Aufnahmen. «Es ist der Hammer, wenn ein Lied fertig ist, aber es braucht Stunden von Arbeit, die wir selbst stemmen», sagt er. Allein am Mixing und Mastering des bereits veröffentlichten Songs «Waste of Time» arbeitete er tausend Stunden. Künftig werde er noch rund die Hälfte dieser Zeit pro Titel benötigen.
Zwischen grossen Träumen und klaren Zielen
Langfristig träumt die Band von einer Zukunft mit der Musik. Zunächst möchte sich Distortion einen Namen in den Regionen Lenzburg und Aarau machen. Giulia denkt schon weiter: Das Open Air Gränichen oder das Greenfield-Festival sind Bühnen, auf denen sie die Band eines Tages gerne sehen würde. Ein Rockstarleben würde sie nicht ausschlagen. Auch Oskar könnte sich gut vorstellen, von der Musik zu leben – während Joshua sich das Tourleben auch als Nebenberuf vorstellen kann. Gleichzeitig bleiben sie realistisch. «Damit es so weit kommen könnte, müssten wir noch ein Level draufsetzen», sind sie sich einig. Mehr Auftritte, mehr Proben, mehr Präsenz. Dass das Potenzial vorhanden ist, davon sind sie überzeugt: «Das Album ist der letzte Push, der uns noch fehlt.»



