Kommt das Ende der «Rumpelpiste»?

Betonung des urbanen Charakters: Bahnhofstrasse nach der Sanierung mit Hängebeleuchtung und montierten Fahnen. Visualisierung: zvg
Betonung des urbanen Charakters: Bahnhofstrasse nach der Sanierung mit Hängebeleuchtung und montierten Fahnen. Visualisierung: zvg

Einwohnerrat: An der Sitzung vom nächsten Dienstag entscheidet das Gemeindeparlament über die Rechnung 2019 und 2,25 Millionen Franken für die Sanierung der Bahnhofstrasse.

Andernorts ist die Bahnhofstrasse die Renommiermeile der Stadt. In Lenzburg das Gegenteil. Hier ist sie zur Teststrecke für Autostossdämpfer verkommen. An der Vororientierung für die Einwohnerräte sprach der zuständige Stadtrat Martin Stücheli unverhohlen von einer «Rumpelpiste».

Gerade zum oder kurz nach dem 150-Jahr-Jubiläum des Baus der Verbindung von Altstadt zum Bahnhof im Jahr 1872 soll die Unbill ein Ende haben: An seiner nächsten Sitzung entscheidet der Einwohnerrat über einen Kredit über 2250000 Franken für Sanierung und Umgestaltung.

Umgestaltung ist in diesem Zusammenhang schon wieder ein grosses Wort, denn die äusseren, engen Verhältnisse lassen da keine grossen Sprünge zu. Immerhin bekommen die Velofahrer bergwärts eine eigene Spur. Talwärts werden die Radfahrer in etwa gleich schnell fahren wie die Autos, für die generell eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde gilt. «Für noch bessere Lösungen für den Langsamverkehr gibt es zu wenig Platz», so der städtische Tiefbauchef Christian Brenner an der Orientierung.

Mit einer neuen Hängebeleuchtung, an deren Tragseilen bei Bedarf (Jugend- und andere Feste) auch Fahnen befestigt werden können, soll die «Urbanität betont» werden. 

Ein Sakrileg 

Die Sitzung am nächsten Dienstag kommt einem Sakrileg gleich: Nicht wegen des Orts (Rittersaal auf Schloss Lenzburg), sondern wegen des Zeitpunkts: Erstmals findet eine Zusammenkunft des Einwohnerrats in der Jugendfestwoche statt. Dies ist natürlich dem Coronavirus geschuldet, der nicht nur das Jugendfest verunmöglichte, sondern zudem dafür sorgte, dass die Sitzung vom 14. Mai abgesagt und am 7. Juli eine neue anberaumt werden musste. Ein Hauptgeschäft ist hier die Jahresrechnung 2019.

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