Im Dschungel der Gefühle

Schule Die Aufführungen sind vorbei, das Staunen bleibt: Mit «27 vs. Wild» brachte die Oberstufe Lenzburg ein Theater auf die Bühne, das mit Humor, Tiefgang und beeindruckendem Spiel überzeugte – und zeigte, wie viel Kreativität und Talent in einer Schulgemeinschaft steckt.

Jung, wild, gestrandet: Das Ensemble überzeugt mit einer ordentlichen Portion Dschungelwahnsinn.Foto: Romi Schmid

Ein Sprachaufenthalt im Ausland, sommerliche Stimmung, ein neuer Anfang – so beginnt die Geschichte des diesjährigen Theaterprojekts der Oberstufe Lenzburg. Doch was als harmloses Abenteuer geplant war, wird zum Ausnahmezustand: Die Reisegruppe strandet in der Wildnis. Kein Netz, keine Hilfe. Mit «27 vs. Wild» greift das Theaterprojekt ein hochaktuelles Thema auf: Wie abhängig ist die junge Generation vom digitalen Komfort? Was passiert, wenn man plötzlich wirklich improvisieren muss – in der Gruppe, in der Natur, im echten Leben? Das Ensemble erzählt eine packende Geschichte, in der Jugendliche gezwungen sind, sich neu zu organisieren. Aus dem Selbstfindungstrip wird ein Überlebenskampf, aus der Gemeinschaft ein Konfliktfeld.

Mutig, humorvoll und überraschend

Auch dieses Jahr wurde das Theaterprojekt gemeinsam mit Lehrpersonen, Choreografen und den Jugendlichen selbst entwickelt. Mit grossem Engagement schreiben, proben und gestalten die Beteiligten seit Monaten an einer Inszenierung, die Witz, Gesellschaftskritik und Spannung vereint. Die Aufführung lebt von Kontrasten: zwischen Natur und Technik, zwischen Gruppendynamik und Individualismus, zwischen Schein und Sein. Dabei bleibt es nicht nur bei einer Aussenperspektive auf «die Jugend von heute» – das Stück ist auch eine ehrliche Auseinandersetzung mit eigenen Ängsten, Grenzen und Fähigkeiten. Die Premiere fand am Samstag, 26. April, statt, gefolgt von vier weiteren Aufführungen. Die Aula füllte sich Abend für Abend mit staunendem Publikum – und der Applaus wollte jeweils kaum enden.

Die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler beeindruckten mit ausdrucksstarkem, nuanciertem Spiel, verblüffender Bühnenpräsenz und echtem Mut zur Emotion. Sie erzählten ihre Geschichte mit Leidenschaft und Tiefe. Und auch hinter den Kulissen wurde Grosses geleistet: Lehrpersonen, Technik, Bühnenbild und vieles mehr sorgten dafür, dass alles reibungslos funktionierte – und das Ensemble strahlen konnte. Dieses Projekt war Gemeinschaftsarbeit in Reinform – kreativ, engagiert, getragen von gegenseitigem Vertrauen und echtem Teamgeist.

«27 vs. Wild» war nicht nur ein Theaterstück. Es war eine Wucht von Talent, Ausdruck und Aussage. Ein Stück, das gezeigt hat, was junge Menschen können – wenn man ihnen den Raum gibt. Und wie lebendig Schule sein kann – wenn alle gemeinsam etwas auf die Beine stellen, das bleibt.

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