Heerlager auf Schloss Lenzburg

Lenzburg Im Juli konnte auf Schloss Lenzburg das Heerlager aus der Burgunderzeit bewundert werden. Es lockte zahlreiche Besucher an.

Ab ins Gefecht: Demonstration des Fechtens in Ritterrüstungen. Foto: Andreas Walker

Ab ins Gefecht: Demonstration des Fechtens in Ritterrüstungen. Foto: Andreas Walker

Feuer! Das Kanonenschiessen war der absolute Publikums-Magnet. Foto: Andreas Walker

Feuer! Das Kanonenschiessen war der absolute Publikums-Magnet. Foto: Andreas Walker

Schnelles Mittagessen: Essensausgabe im Zelt. Foto: Andreas Walker

Schnelles Mittagessen: Essensausgabe im Zelt. Foto: Andreas Walker

Präzisionsarbeit: Das Schiessen mit Pfeil und Bogen. Foto: Andreas Walker

Präzisionsarbeit: Das Schiessen mit Pfeil und Bogen. Foto: Andreas Walker

Wie eine Filmkulisse zeigte sich Schloss Lenzburg an diesen Tagen. Über hundert Mitwirkende aus ganz Europa inszenierten das Leben am Ende des 15. Jahrhunderts, der Zeit, in der die Burgunderkriege stattfanden.

Der Unteraargau war damals bernisches Untertanengebiet mit sieben Landvogteien und den vier Munizipalstädten Aarau, Zofingen, Lenzburg und Brugg, die Sonderrechte wie die hohe Gerichtsbarkeit behielten.

Die Company of Saynt George stellte den Alltag einer Truppeneinheit nach, die nach den Siegen bei Murten und Grandson über den Burgunder Herzog Karl den Kühnen, Halt auf Schloss Lenzburg machte.

Kanonendonner und mittelalterlicher Alltag

Auf dem Burghof war ein Zelt aufgebaut, das einen kleinen Teil des erbeuteten Burgunderschatzes zeigte. Neben goldenen Gegenständen und einer Chronik – in einem riesigen Buch festgehalten – waren auch zahlreiche Banner zu sehen. Die erbeuteten Banner des Feindes stellten ein klares Zeichen des Sieges dar.

Eindeutiger Publikums-Magnet war das Schiessen mit einer Kanone, das mehrmals am Tag stattfand und zahlreiche Schaulustige anlockte. Eindrücklich wurde vorgeführt, wie in jenen Zeiten von der Burg-Zinne geschossen wurde, um den Feind vom Leibe zu halten. Auch das Schiessen mit Pfeil und Bogen oder das Fechten in einer Ritterrüstung wurden eindrücklich demonstriert.

Auf dem gesamten Burghof des Schlosses waren mittelalterliche Alltagsszenen zu sehen, wie sie nach heutigem Wissensstand wahrscheinlich stattgefunden haben. So wurden die Besucherinnen und Besucher auf eine Zeitreise entführt, die ihnen einen guten Einblick in das Leben vor rund 500 Jahren vermittelte.

Company of Saynt George

Die Company of Saynt George stellt seit rund 30 Jahren das militärische und zivile Alltagsleben einer burgundischen Artillerie-Einheit des 15. Jahrhunderts so authentisch wie möglich nach. Ihre Mitglieder stammen aus sechzehn europäischen Ländern. Die Company of Saynt George erforscht und reproduziert unter  anderem die Textil- und Objektkultur des Spätmittelalters. Die Bekleidungen sind von Hand genäht, wobei historische Funde oder zeitgenössische  Darstellungen als Vorbild dienen. Die Waffen sind Reproduktionen von Originalen aus Museen und Privatsammlungen. Die gekochten Speisen aus der Küche werden nach Originalrezepten zubereitet. (awa)

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