Erfreuliches Ergebnis, aber Nettovermögen nimmt ab

Finanzen Vizeammann Andreas Schmid lud die Medien zur Information zum Rechnungsabschluss. Zu einem äusserst guten Ergebnis gesellt sich leider ein fahler Beigeschmack.

Im Kässeli schauts gut aus. Doch Vorsicht ist weiterhin wichtig.Foto: Dlovan Shaheri

An der Medieninformation zum Rechnungsabschluss der Stadt Lenzburg gab es gute News zu verkünden. Das Gesamtergebnis stufen Leiter Finanzen Marc Lindenmann und Vizeammann Andreas Schmid als «sehr gut» ein. Dieses fiel mit 2,1 Mio. Franken gegenüber dem Budget um 2 Mio. Franken besser aus. Doch auf ausgiebige Cüp­li-Partys im Rathaus dürfte weiterhin verzichtet werden. Gemäss Schmid werde es Jahr für Jahr schwerer, das Budget zu erarbeiten. Viele Überraschungen warten auf. Ebenfalls kämen auch im nächsten Jahre hohe Investitionen auf die Stadt zu. «Vorsichtig budgetieren» lautet die Devise. Instrumente wie die neue Immobilienstrategie werden helfen, mehr Planungssicherheit zu schaffen. Die horrenden Pflegekosten, die fast jedes Jahr im zweistelligen Bereich zunehmen, dürften hingegen ein Wetterschmöcken bleiben.

Gesundheits- und Sozialkosten steigen erneut

Besonders auffällig im Rechnungsabschluss sind die hohen Gesundheits- und Sozialkosten. Die über die Clearingstelle Kanton Aargau abgerechneten Restkosten überstiegen das Budget um fast 580000 Franken – ein Plus von 30 Prozent. Die Subventionen für externe Kinderbetreuung beliefen sich auf 816000 Franken und lagen damit 17 Prozent über dem Budget. Der Nettoaufwand für Sozialhilfe überstieg den budgetierten Wert von 3 Mio. Franken um 98000 Franken und lag 144000 Franken höher als im Vorjahr. Hauptgrund dafür sind geringere Rückerstattungen von Sozialversicherungen. Personalausfälle und Stellenvakanzen sorgten für den Beizug von externen Fachkräften und endeten mit Mehrkosten.

Insgesamt solide, doch Sorgsamkeit bleibt oberstes Gebot

Die fetten Jahre sind vorerst vorbei, doch im Gros steht die Stadt finanziell gut da. Die Abnahme des Nettovermögens von 4,7 Mio auf 4 Mio. Franken bereitet Andreas Schmid Sorge, doch es sei momentan schlicht der Trend. Hinsichtlich der hohen Investitionen zeigt sich, dass das Geld nicht einfach von Einwohnerrat oder Stadtrat verschwenderisch verwendet wird. Schulhäuser, Bahnhofsanlagen und Sportanlagen wurden weiterentwickelt. So heisst es dann auch vonseiten Andreas Schmid: «Mit dem Jahresabschluss 2024 verfügt die Stadt Lenzburg weiterhin über ein solides Fundament, um die künftigen Investitionen tragen zu können. Die teilweise sehr grossen Abweichungen in der Erfolgsrechnung zeigen aber deutlich, dass wir dem städtischen Finanzhaushalt weiterhin Sorge tragen müssen.»

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