Drei Baustellen, ein Ziel:Mehr Wohnqualität in Lenzburg

Wohnen Die Wohnbaugenossenschaft Lenzburg (WGL) investiert in die Zukunft: von der Totalsanierung eines markanten Hochhauses bis zu altersgerechten Neubauten in Niederlenz. Insgesamt stehen Investitionen von über 20 Millionen Franken an.

An der Ringstrasse Nord in Lenzburg.Foto: zvg

An der Ringstrasse Nord in Lenzburg.Foto: zvg

Das Projekt «Eichi» in Niederlenz.Visualisierung: zvg

Das Projekt «Eichi» in Niederlenz.Visualisierung: zvg

Bei der Wohnbaugenossenschaft Lenzburg gibt es alle Hände voll zu tun. Gleich drei Bauprojekte beschäftigen die 1958 gegründete Genossenschaft. «Unsere finanzielle Lage ist gut. Das ist der Grund, weshalb diese Projekte möglich sind», erklärt WGL-Präsident Charly Suter an der Präsentation am Montagmorgen.

Eine Gesamtsanierung ist am mehrfarbigen Wohnhochhaus an der Ringstrasse Nord 13 geplant. Das Gebäude wurde 1965 erstellt und verfügt über 33 Wohnungen. «Bisher gab es vor allem kleinere Sanierungsarbeiten bei Mieterwechseln», sagt Vizepräsidentin der WGL und Lenzburger Stadträtin Beatrice Taubert. 2023 wurde eine Machbarkeitsstudie für das Wohnhaus ausgearbeitet. Dabei wurde schnell klar, dass neben der Bad- und Küchensanierung weitere Arbeiten am Haus notwendig sind. Geprüft wurde ausserdem, ob anstelle einer Totalsanierung oder einer Renovation des Nötigsten ein Neubau mehr Sinn machen würde. Sowohl der Planungs- als auch der Baukredit wurden von der Genossenschaft ohne Gegenstimme genehmigt.

Die Sanierungskosten belaufen sich auf rund 9,47 Millionen Franken. Die Mieterinnen und Mieter an der Ringstrasse wurden bereits vor vier Jahren über das geplante Projekt informiert. Sie sind per Ende 2025 vorübergehend ausgezogen, viele von ihnen in andere Wohnungen der Wohnbaugenossenschaft. Die Arbeiten am Wohnhochhaus haben bereits begonnen. Das Gerüst steht, Fassade, Küchen und Bäder sind demontiert. Nach Plan soll die Sanierung Ende des Jahres abgeschlossen sein. «Wir sind guten Mutes, dass wir unseren Zeitplan einhalten können», erklärt der zuständige Architekt André Meier.

Künftig wird das markante Wohnhochhaus an der Ringstrasse Nord 13 zudem in neuen Farben erscheinen. Zusammen mit dem Lenzburger Künstler Alain Mieg wurde ein Farbkonzept für die Fassade erarbeitet.

Elf altersgerechte Wohnungen

Ein weiteres Projekt ist bereits seit 2019 in Planung. In Niederlenz bearbeitet die WGL zusammen mit der Wohnbaugenossenschaft 55plus das Projekt Eichi am Stationsweg. Hier sollen elf altersgerechte Wohnungen für rund 5,2 Millionen Franken erstellt werden. Aufgrund mehrerer Einsprachen wurde die Baubewilligung erst Ende 2025 rechtsgültig. «Manchmal braucht ein Projekt einen langen ‹Schnuf›», erklärt der zuständige Architekt Cordian Herrigel.

Die elf Wohnungen werden auf drei Baukörper mit je zwei Stockwerken verteilt. Die Gebäude sind durch einen Innenhof miteinander verbunden, zudem ist ein Gemeinschaftsraum geplant. «Der Baustart ist für den 9. März vorgesehen», so Herrigel. Ziel sei es, dass die Wohnungen ab Herbst 2027 bezugsbereit sind. Noch offen ist der Entscheid der Wohnbaugenossenschaft 55plus, ob sie sich nach der Fertigstellung aus dem Projekt zurückzieht.

Neue Fassade und PV-Anlage

Beim dritten Projekt handelt es sich um eine Fassadensanierung beim 15-stöckigen Wohnhochhaus Fünflinden in Lenzburg. Dort begannen sich kleine Fassadenteile zu lösen und fielen hinunter. «Also mussten wir handeln», erklärt Charly Suter. Im Zuge der Sanierung werden an drei Seiten des Gebäudes zudem Photovoltaik-Paneele angebracht. Der produzierte Strom soll für die Mieterinnen und Mieter sowie für die allgemeinen Anlagen genutzt werden. Der Energiebedarf des Gebäudes reduziert sich nach der Sanierung um rund 40 Prozent. «Noch besser sähen die Pläne aus, wenn wir die Gasheizung ersetzen würden», so Suter.

Geplant ist ausserdem eine komplette Fassadensanierung inklusive Fenster, Storen und Balkonverglasungen. Der Kostenvoranschlag für das Projekt Fünflinden 5 beläuft sich auf rund 5,6 Millionen Franken. Darin bereits enthalten ist der Abzug von 415000 Franken Fördergeldern von Kanton und Bund für die PV-Anlage. Geplanter Baustart ist Ende März. Die Baufreigabe für die Vorbereitungsarbeiten, das Gerüst und den Rückbau wurde bereits erteilt. Was noch fehlt, ist ein 1:1-Mock-up, also ein Modellaufbau, der Ende März vor Ort aufgestellt, von der Bauverwaltung begutachtet und freigegeben wird. Die Bauzeit beläuft sich auf rund 14 Monate. Die Mieterinnen und Mieter können während des Projekts in ihren Wohnungen bleiben.

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