Die Bewässerung der Zukunft im Wildenstein

Landwirtschaft Die Familie Salm hat ihren Hof im Wilden­stein. Ihr Gemüsebetrieb setzt seit einigen Jahren auf eine Bewässerungstechnik aus Israel, die gut 40 Prozent weniger Wasser benötigt. Der Trick: Das Wasser kommt nicht von oben, sondern von unten.

Christian Wohler begrüsst die Gäste.Foto: rfb

Christian Wohler begrüsst die Gäste.Foto: rfb

Hier passiert die Magie: Über die Vorrichtungen an der Traktorfront kommen die Schläuche in den Boden. Foto: Rinaldo Feusi

Hier passiert die Magie: Über die Vorrichtungen an der Traktorfront kommen die Schläuche in den Boden. Foto: Rinaldo Feusi

Dünne Schläuche mit grosser Wirkung.Foto: rfb

Dünne Schläuche mit grosser Wirkung.Foto: rfb

Zwei von drei Regentropfen, die in der Schweiz landen, fliessen durch den Aargau. Und trotzdem ist Wasser keine Ressource, mit der man verschwenderisch umgehen sollte. In der Landwirtschaft ist daher die Bewässerungstechnologie eine der wichtigsten Massnahmen zur Wirtschaftlichkeit und an der Umwelt.

Unterflurbewässerung als Weg in die Zukunft

Das Zauberwort heisst «Unterflurbewässerung». Hierbei wird das Wasser nicht per Sprinkleranlagen über die Felder verteilt, sondern präzise und punktuell von unterhalb an die Setzlinge gebracht. Diese Tropfbewässerung wird von der Familie Salm momentan für den Zwiebelanbau verwendet. «Das nun seit zwei Jahren», erklärt Hansjörg Salm. Durch eine spezielle Vorrichtung am Traktor werden die Tropfschläuche gut vier bis sieben Zentimeter unter die Erde gesetzt. Die Schläuche haben Löcher, durch die das Wasser an die Wurzeln kommt. Pro Schlauch werden zwei Zwiebelreihen bewässert. Das spart Wasser und hilft auch dabei, dass die Gemüse weniger anfällig für Pilze sind. Denn Feuchtigkeit ist ein guter Nährboden für alles, was dem Landwirt Sorgen machen könnte. «Die Pflanze wird bewässert und nicht der Boden», erklären die Brüder Manuel und Fabian Salm. In Kombination mit mobilen Wetterstationen und Sensoren entstehen sehr genaue Feuchtigkeitswerte. An diesen Daten erkennen die Landwirte, wann und wo es zu trocken oder zu feucht ist. Den Bauern ersetzt die Technologie aber nicht. Es kommt aber für sie zu einer Erhöhung der Lebensqualität. «Dank dieser Bewässerung müssen wir nicht mehr mehrmals in der Nacht aufstehen und die Bewässerung umstellen», erklären sie. Einen Nachteil habe aber die Unterflurbewässerung im Moment noch: Da es sich um eine noch nicht weit verbreitete Technologie handelt, ist sie vergleichsweise teuer. Ebenfalls sei das Setzen der Schläuche noch sehr arbeitsaufwendig.

Schweiz im Hintertreffen in Europa

Der Aargau ist ein Wasserkanton. Obschon die Niederschläge in den letzten Monaten die Grundwasserpegel positiv beeinflussten, kann man die Folgen des Klimas nicht wegrationalisieren. Durch schnelle Temperaturanstiege senken sich die Pegel wahrscheinlich wieder. Am Gemüsecorner, einem Anlass des Landwirtschaftlichen Zentrums Liebegg, der in Lenzburg stattfand, präsentierte der Leiter Spezialkulturen Christian Wohler die Kenntnisse der Expertinnen und Experten: Verdunstung und Verbrauch des Wassers nehmen zu, ebenfalls wird es immer wärmer. In den mittleren Fliessgewässern nimmt die jährliche Wassermenge tendenziell ab. Hier hilft die besagte Technologie. In Deutschland und in südlichen Ländern ist man bereits viel sparsamer mit der Ressource Wasser. Dort steht nur noch die halbe Niederschlagsmenge von Lenzburg zur Verfügung. Im Obst- und Beerenanbau wie auch bei einigen Gemüsekulturen in der Schweiz ist die Tropfbewässerung mit dem Schlauch auf dem Boden Standard.

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