Wie der Oberturner von Ossingen im Seetal neue Wurzeln schlug 

Seon Marcel Hablützel feiert sein 30-Jahr-Dienstjubiläum als Leiter des Forstbetriebs Region Seon. 1992 kam er wegen einer Autopanne zu spät zum Vorstellungsgespräch, überzeugte aber und hat inzwischen selbst hier Wurzeln geschlagen.

Prägt seit 30 Jahren die Wälder rund um Seon: Marcel Hablützel, Revierförster und Betriebsleiter des Forstbetriebs Region Seon. Foto: Fritz Thut
Prägt seit 30 Jahren die Wälder rund um Seon: Marcel Hablützel, Revierförster und Betriebsleiter des Forstbetriebs Region Seon. Foto: Fritz Thut

Der junge Förster Marcel Hablützel, damals noch Oberturner im Turnverein der Gemeinde Ossingen im Zürcher Weinland, verstand es als Wink des Schicksals, als in der Fachpresse das Inserat für die Stelle in Seon gar noch ein drittes Mal erschienen war – wegen eines Fehlers der Administration, wie sich später herausstellte.

Er bewarb sich 1992 und machte sich mit dem Auto auf den Weg ins Seetal. Eine Panne beim Würenloser «Fressbalken» führte dazu, dass er zu spät zum Bewerbungsgespräch und zur Revierbesichtigung eintraf. Doch in Seon – der Vater des aktuellen Gemeindeammanns war damals Förster – hatte man Geduld, wartete, prüfte und stellte den jungen Mann aus der Ostschweiz schliesslich ein.

Keine schnelle Rückkehr

«Die Gegend hier kannte ich vom Militär her.» So war das Seetal für Hablützel kein absolutes Neuland. Er dachte ursprünglich daran, nach ein paar Jahren zurück in die ursprüngliche Heimat zurückzukehren. Doch daraus wurde nichts. Er schlug im Aargau Wurzeln und sowohl er als auch seine Familie wie auch die Gemeindebehörden sind froh darum, wie an einem kleinen Empfang zur Feier des 30-Jahr-Dienstjubiläums deutlich zu spüren war. «Ich fühle mich sehr wohl hier», so der Jubilar.

Marcel Hablützel prägt den Forstbetrieb Region Seon, zu dem Wälder der Gemeinden Seon, Dürrenäsch, Schafisheim und Teufenthal gehören. Während seiner 30 Jahre hat der Betriebsleiter mit dem Sturm Lothar Ende 1999 einen Tiefschlag erleben müssen: «Solche Ereignisse prägen extrem», sagte er beim Empfang. Inzwischen nehme er es etwas gelassener, obwohl mit den Auswirkungen des Klimawandels und den periodisch auftretenden Schädlingen neue Herausforderungen auf den 56-Jährigen warten: «Der Wald liegt mir am Herzen.»

Der Forst, der hier nach dem Prinzip des Dauerwaldes gepflegt wird, ist natürlich heute mehr als ein Holzlieferant. Der Jubilar ist sich der Aufgabe des Waldes als Erholungszone durchaus bewusst: «Wenn sich die Besucher an den Waldknigge halten und sich recht benehmen, sind sie immer herzlich willkommen.»

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