Wachablösung bei der Neophytenjagd

Seon Adrian Lüscher ist neuer Neophytenverantwortlicher der Gemeinde Seon. Er löst Matthias Schatzmann ab, der 20 Jahre in der Natur- und Landschaftskommission gewirkt hat.

Symbolische Übergabe: Adrian Lüscher übernimmt von Matthias Schatzmann die Neophyten-Verantwortlichkeit für Seon. Foto: Fritz Thut
Symbolische Übergabe: Adrian Lüscher übernimmt von Matthias Schatzmann die Neophyten-Verantwortlichkeit für Seon. Foto: Fritz Thut

In der hiesigen Natur werden Neophyten (invasive, gebietsfremde Pflanzen) immer mehr zum Problem. «Als ich vor 20 Jahren in der Natur- und Landschaftskommission begonnen habe, waren die Neophyten noch kein Thema», erinnert sich der Seoner Matthias Schatzmann.

Inzwischen hat sich dies geändert. Schatzmann wurde vor elf Jahren an einer Flurbegehung in Birrfeld mit Neophyten konfrontiert. «Damals hiess es ‹Das haben wir nicht› und ein Jahr später waren die Felder voll.» Der Kampf begann.

Nicht zuletzt dank dem Neophytenverantwortlichen Schatzmann gehört die Gemeinde Seon zu den Pionieren im systematischen Kampf gegen die pflanzlichen Eindringlinge wie Kanadisches Berufskraut, Kanadische Goldrute oder Kirschlorbeer.

Ausreissen und richtig entsorgen

Die Neophyten werden in Seon seit Jahren strategisch bekämpft. Früh wurden hier die Bauern zum Mitmachen motiviert. Es wird Wert darauf gelegt, die Pflanzen richtig zu eliminieren, nämlich mit Ausreissen und korrekter Entsorgung. Falsche Methoden können kontraproduktiv sein und noch mehr zur Verbreitung beitragen.

Einmalige Aktionen sind allerdings nicht zielführend, so Schatzmann: «Man muss immer dranbleiben.» In Seon passiert dies mit monatlichen Touren mit Zivildienstleistenden und Helfern aus der Land- und Forstwirtschaft; 12 bis 16 Personen sind da jeweils unterwegs.

Eine wichtige Komponente im Kampf gegen die Neophyten ist die Information. Mit Flugblättern und aktuell erstmals mit grossen Plakatständern im Dorf macht man die Bevölkerung auf die Problematik aufmerksam. «Grundsätzlich sind die jeweiligen Landeigentümer für ihr Gebiet verantwortlich», sagt Schatzmann.

So sind nicht nur Flur und Wald (hier vor allem die Ränder) für die Verbreitung sensibel, sondern auch die Privatgärten. Entdecken die Seoner Neophytenjäger hier entsprechende Pflanzen, kontaktieren sie den Hausbesitzer – am liebsten mündlich und direkt, sonst mit einem Informationszettel in den Briefkasten.

Neuer Verantwortlicher

Matthias Schatzmann hat nun sein Amt als Neophytenverantwortlicher an Adrian Lüscher weitergegeben. «Es wäre schade, wenn man nach zehn Jahren intensivem Kampf nachlassen würde», umschreibt er seine Motivation. Er übernimmt ein gut motiviertes Team, in dem alle engagiert mitmachen.

Die Gemeinde Seon hat den jährlichen Budgetposten für die Neophytenbekämpfung inzwischen auf 15000 Franken erhöht. Dieser Sukkurs der Politik und die frühe Strategie haben zu Erfolgen geführt, die anderen Gemeinden als Inspiration dienten. «Wir haben die Situation hier in Seon einigermassen im Griff», zieht der scheidende Verantwortliche Matthias Schatzmann Bilanz und ergänzt: «Aber ennet der Gemeindegrenzen ist es oft ein Graus.»

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