Vision sieht den Brestenberg als Mischung aus FiBL und PSI

Seengen Die Eigentümerin des ehemaligen Schlosshotels Brestenberg präsentierte vor Ort ihre Vision fürs Wachküssen des seit bald 40 Jahren leeren Dornröschenschlosses: Unter dem Titel «Produktive Natur» will man die Räume beleben.

Grosses Interesse: Zahlreiche Besucher am Infoanlass zum Brestenberg der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte.Foto: Fritz Thut

Grosses Interesse: Zahlreiche Besucher am Infoanlass zum Brestenberg der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte.Foto: Fritz Thut

Vision zu Brestenberg: Stiftungsratspräsidentin Bettina Stefanini.Foto: Fritz Thut

Vision zu Brestenberg: Stiftungsratspräsidentin Bettina Stefanini.Foto: Fritz Thut

Die zahlreichen Gäste, die sich in den letzten Monaten mehrheitlich mit eigenen Ideen eingebracht hatten und nun aus erster Hand erfahren wollten, was die Stiftung für Kultur, Kunst und Geschichte (SKKG) als Eigentümerin mit dem seit Jahrzehnten brach liegenden Brestenberg vorhat, staunten am Infoabend auf dem Vorplatz nicht schlecht: Die Vision lautet «Produktive Natur».

Als die Fachleute die Ideen etwas detaillierter vorstellten, schälte sich heraus, dass den Besitzern eine Mischung aus zwei Aargauer Institutionen vorschwebt: ein Mix aus dem Fricker Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) und dem Villiger Paul-Scherrer-Institut (PSI), dem an die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) angegliederten grössten Schweizer Forschungsinstitut für Natur- und Ingenieurwissenschaften.

SKKG-Präsidentin Bettina Stefanini stiess mit ihrer offenen Art auf viel Empathie beim Publikum, auch wenn sie gleich zu Beginn einräumen musste, dass von den eingereichten Vorschlägen «keine Idee super» war. Stiftungsintern hat man deshalb weitere Anstrengungen unternommen, eine neue Verwendung der Brestenberg-Räume, insbesondere der riesigen unterirdischen Lagerhallen, zu eruieren.

Götz Datko von der Firma Kontextplan AG erläuterte das Ergebnis. Die produktive Natur wird grosszügig interpretiert und gliedert sich in zweimal vier Sektoren. Im Bereich «Öffentlichkeit» geht es um Gastronomie, Aktionsräume, Schlossgarten und Freizeit- und Naturqualitäten. Der Bereich «Community» umfasst Naturproduktion 21 (etwa «Vertical Farming»), Ort der Zukunftserkennung (Labore im Untergrund), Gemeinsinn (Austauschplattformen) und Permanent Beta (laufendes Experimentieren und Lernen).

Gemäss Joris Van Wezemael, dem Projektgötti der SKKG, soll der Brestenberg «mit Leben gefüllt werden». Um das angestrebte Ziel eines dereinst selbsttragenden Betriebes erreichen zu können, sei man auf Partner angewiesen, «die mit den unterirdischen Räumen etwas anfangen können». Diese sucht man etwa bei Hochschulen und bestehenden oder künftigen Start-up-Firmen. «Zudem wollen wir uns eng mit den lokalen Akteuren abstimmen», so Wezemael.

Für die meisten der visionären künftigen Nutzungen braucht es laut Gemeindeammann Jörg Bruder eine Änderung der Bau- und Nutzungsordnung (BNO), insbesondere der Sonderbauzone Brestenberg. Er freue sich, so Bruder, dass «Elan in die Sache gekommen» sei, doch machte er den Zuhörern keine Illusionen: Eine BNO-Anpassung dauere sechs bis sieben Jahre ab dem Zeitpunkt, an dem man weiss, in welche Richtung es konkret geht.

Dazu muss die SKKG ihre Vision, die von den Zuhörern gesamthaft gut aufgenommen wurde, weiter verfeinern und potente Partner suchen.

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