Vielseitiger Infotag am Hallwilersee – hautnah am Projekt zur Seesanierung

Meisterschwanden Die Abteilung für Umwelt (AfU) feiert aktuell ihr 40-jähriges Bestehen. An mehreren Terminen stellt sie sich mit ihren Projekten im Aargau vor – am 6. Juni war «AfU on tour» am Hall-wilersee. Treffpunkt war die Seezopfmündung.

Mit dem Boot der AfU ging es zu einer Probeentnahme auf den Hallwilersee.Foto: Verena Schmidtke

Mit dem Boot der AfU ging es zu einer Probeentnahme auf den Hallwilersee.Foto: Verena Schmidtke

Martin Märki Lebewesen aus dem See gesammelt. Foto: VSc

Martin Märki Lebewesen aus dem See gesammelt. Foto: VSc

Eine Probe aus den tieferen Schichten zeigt erstaunlich viele Kleinstlebewesen.Foto: VSc

Eine Probe aus den tieferen Schichten zeigt erstaunlich viele Kleinstlebewesen.Foto: VSc

Lukas De Ventura informierte über den Zustand des Hallwilersees.Foto: VSc

Lukas De Ventura informierte über den Zustand des Hallwilersees.Foto: VSc

Ein wenig schaukelte es, als das AfU-Boot mit einigen Infotag-Besuchenden zur Probeentnahmestelle unterwegs war. «Hoffentlich wird niemand seekrank», scherzte einer von ihnen. Doch allzu schlimm war es nicht, ausserdem waren alle mit Sicherheitswesten ausgerüstet worden. Am Zielpunkt angekommen, wurde es spannend: Martin Märki und David Schönbächler von der AfU demonstrierten, wie eine Wasserprobe genommen wird. «Dazu versenken wir den Wasserschöpfer mittels der Seilwinde auf 20 Meter Tiefe, um dort Wasser aufzunehmen», informierte Märki. Notwendig seien solche Entnahmen, um beispielsweise zu analysieren, wie hoch der Sauerstoffgehalt in den verschiedenen Tiefen des Sees ist. Danach wurde noch ein Netz in das Gewässer hinabgelassen. Als der Wissenschaftler den Inhalt in ein Glas umfüllte, staunten die Teilnehmer nicht schlecht: Im Glas wimmelte es von kleinen Lebewesen. «Damit hätte ich nicht gerechnet», merkte eine Besucherin beeindruckt an. Am Ufer informierten Sabrina Frick und Tanja Keller zu den Arbeiten und Geräten im Umweltlabor.

Es zeigte sich, dass der Infotag zum Thema «Langzeitpatient Hallwilersee» viele interessante Aspekte ansprach. Lukas De Ventura begrüsste die zahlreich erschienenen Besucherinnen und Besucher gleich zu Beginn des Anlasses herzlich. Anhand von drei Stationen konnten diese mehr über den See, dessen Probleme und Massnahmen dagegen erfahren. De Ventura übernahm es, fachkundig und interessant darüber zu referieren, dass zu viel Phosphor im See zu mangelndem Sauerstoff führt: «Phosphor sorgt für mehr Wachstum bei Pflanzen und Algen. Der Abbauprozess verbraucht am Seegrund viel Sauerstoff.» Noch vor einigen Jahrzehnten habe das Wasser deswegen oft trüb ausgesehen und der See habe sogar gestunken. Mittlerweile werde Phosphor in der Landwirtschaft wesentlich geringer eingesetzt und auch die Siedlungsentwässerung werde anders gehandhabt.

Seesanierung weiterhin wichtig

Einen wichtigen Beitrag zur Seesanierung leisten seit den 1980er-Jahren eine Zirkulationshilfe sowie eine Belüftungsanlage. «Im Winter wird mit grobblasiger Druckluft die Zirkulation im See angeregt», erklärt er unterstützt von Darstellungen. «Bis 2016 wurde der See im Sommer mit Sauerstoff belüftet, seitdem nur noch mit Druckluft.» Als besonderen Punkt hatten die Besuchenden die Möglichkeit, sich das Gebäude mit der Anlage anzuschauen. In einem Raum brummte der Kompressor, während Lukas De Ventura nebenan den Bereich mit den Leitungen zeigte. Den Zuhörenden erläuterte er abschliessend: «Seit Beginn der Massnahmen hat der Phosphorgehalt im See sehr abgenommen. Doch besonders in nassen Jahren ist der Gehalt immer noch zu hoch.» Auch das angestrebte Ziel, dass sich im See die Fischart Felchen wieder fortpflanzt, konnte bisher noch nicht erreicht werden. Allerdings seien weitere angestrebte Massnahmen wie der Ausbau von Kläranlagen in der Zukunft sicherlich hilfreich, den Phosphorgehalt noch weiter senken zu können.

Welche Lebewesen es im Hallwilersee und auch im Dorfbach zu entdecken gibt, zeigte die dritte Station. Hier standen Mikroskope mit frisch entnommenen Proben aus den Gewässern bereit. Daneben halfen Info-Bögen, das Entdeckte zuzuordnen. Ausserdem standen Mitarbeitende der AfU hilfsbereit am Posten, um Fragen zu beantworten und Hilfestellung zu geben. So endete die spannende Exkursion mit einer Probe aus dem Dorfbach. Darin waren deutlich Bachflohkrebse, eine Köcherfliegenlarve und ein Schneckengelege zu erkennen – Lebewesen, deren Lebensraum durch die langjährigen Sanierungsmassnahmen geschützt und verbessert werden sol

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