Tolle Kameradschaft auf dem harten Militärvelosattel

Egliswil Walter Häusermann fährt seit fast drei Jahrzehnten wettkampfmässig Militärrad. Zudem ist der 71-Jährige, den alle nur «Wädi» nennen, Aktuar der Aargauer Sektion des Schweizer Verbands Militär-Leistungssport und Tradition (SVMLT). Diese feiert heuer das 100-Jahr-Jubiläum.

Zwei harte Kerle auf ihren alten Fahrrädern: Wädi Häusermann aus Egliswil und Markus Fischer aus Schafisheim, hier anlässlich des Quers in Scherz Ende Februar. Foto: zvg
Zwei harte Kerle auf ihren alten Fahrrädern: Wädi Häusermann aus Egliswil und Markus Fischer aus Schafisheim, hier anlässlich des Quers in Scherz Ende Februar. Foto: zvg

Feste soll man feiern, wie sie fallen. Diesem Sprichwort entsprechend kann Wädi Häusermann guten Gewissens innert Jahresfrist gleich zweimal die Korken knallen lassen. Am kommenden Samstag steigt die Jubiläums-Generalversammlung zum 100. Geburtstag der Aargauer Sektion des SVMLT. Dort ist Häusermann nicht nur engagiertes Mitglied, sondern schaut auch im Vorstand als Aktuar zum Rechten.

2024 wird es 30 Jahre her sein, dass er erstmals an einem Militärradrennen teilgenommen hat. Häusermann: «Auch nach so vielen Jahren im harten Sattel fasziniert mich das Radfahren in dieser tollen Gruppe immer noch. Während der Rennen sind wir natürlich Gegner, aber vor dem Start und nach der Zieldurchfahrt pflegen wir eine wunderbare Kameradschaft.»

Aus Gwunder mitgemacht

An seinen ersten wettkampfmässigen Ritt auf einem der alten Militärräder – Häusermann besitzt eines mit Jahrgang 1960 und eines mit Jahrgang 1956 – kann er sich so gut erinnern, als ob es gestern Nachmittag gewesen wäre. «Am 6. März 1994 war das. An der Schweizer Quer-Meisterschaft in Seon machte ich aus Gwunder mit. Ich war neugierig darauf, wie das wohl sein würde.»

Häusermann hielt gut mit der Konkurrenz mit und klassierte sich unter 62 Startenden schliesslich auf dem ansprechenden zehnten Schlussrang. «Quer-Rennen mag ich am liebsten», sagt er, «wenn es nass ist und die Strecke schwer zu fahren ist.»

Natürlich lebt der Mensch nicht vom Sport allein. Wie seine Kameraden schätzt auch Häusermann die geselligen Stunden in der Gruppe. So findet beispielsweise regelmässig ein Stammtisch in einer Beiz in der Region statt. Einer der Höhepunkte im Vereinsjahr ist die traditionelle Distanzfahrt. Heuer geht es am Samstag, 6. Mai, von Hendschiken los Richtung Biberstein und dann über Windisch wieder retour zum Startort. Zwei Distanzen werden angeboten, für alle ist etwas dabei.

Einmal Radfahrer, immer Radfahrer

Walter Riedwyl orchestriert seit 2003 als umsichtiger Präsident die Aargauer Sektion des SVMLT, feiert also ebenfalls ein Jubiläum. Anders als Häusermann absolvierte der 61-jährige Scherzer seinerzeit die Rekrutenschule bei der Radfahrertruppe in Romont. «Ende der Achtzigerjahre habe ich erstmals an einem Rennen teilgenommen. Für mich gilt seit der RS das Motto: Einmal Radfahrer, immer Radfahrer», sagt Riedwyl nicht ohne Stolz. Auch wenn die Truppengattung Radfahrer seit zwanzig Jahren nicht mehr existiert, eine innovative Gruppe hält die Tradition am Laufen.

Militärradfahrer kurbeln nicht nur blindlings durch die Gegend. Sie tragen auch eine Jahresmeisterschaft aus. Die ersten beiden Rennen sind bereits absolviert worden, acht weitere werden folgen. Der Höhepunkt: das 51. Militärradrennen anlässlich der Radsporttage Gippingen am 10. Juni. An diesem Rennen wird der Schweizer Meister 2023 erkoren. «Ich sage immer: Wer nicht startet, kann nicht gewinnen. Also auf nach Gippingen!», meint Riedwyl mit einem Schmunzeln. Einer, der starten wird, ist zweifellos Wädi Häusermann.

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