Späte Getreideernte wegen Nässe

Landwirtschaft Der viele Regen im Sommer hat die Böden aufgeweicht, sodass die Mähdrescher erst später als üblich das Korn mähen konnten. Dies führte zu Ertragseinbussen.

Verluste wegen später Ernte: Landwirt Roland Urech vor seinem Kornfeld in Hallwil, das mit dem Mähdrescher geerntet wird. Foto: Andreas Walker

Verluste wegen später Ernte: Landwirt Roland Urech vor seinem Kornfeld in Hallwil, das mit dem Mähdrescher geerntet wird. Foto: Andreas Walker

Verschiedene Körner wegen Regensommer: Mit Pilzbefall (rote Stelle rechts), ausgewachsen mit Keimstart und ein gesundes Korn. Foto: Andreas Walker

Verschiedene Körner wegen Regensommer: Mit Pilzbefall (rote Stelle rechts), ausgewachsen mit Keimstart und ein gesundes Korn. Foto: Andreas Walker

Der Dauerregen im Sommer hat auch der Landwirtschaft im Seetal stark zugesetzt. Die aufgeweichten Böden liessen es nicht zu, das Getreide rechtzeitig zu ernten, da die schweren Erntemaschinen eingesunken wären. Zudem müssen Stroh und Getreide einigermassen trocken sein, um gedroschen werden zu können und lagerfähig zu sein.

Erst mit der Schönwetterperiode in der zweiten Augustwoche konnte schliesslich das Getreide geerntet werden. Roland Urech aus Hallwil erklärt: «Das Getreide konnte erst rund zwei Wochen nach dem fälligen Termin geerntet werden. Deshalb war das Korn teilweise schon ausgewachsen und konnte nur noch als Futtergetreide verwendet werden. Dies reduziert den Preis erheblich und bedeutet für jeden Landwirt einen klaren Verlust.»

Einige Flächen des Kornfeldes konnten gar nicht befahren werden, da diese Stellen immer noch zu nass waren. Auch Roland Urech wird sein Korn als Futtergetreide verwenden. Das feuchte Wetter führte teilweise sogar zu einem Schimmelpilzbefall des Getreides, welches deshalb mit Mykotoxin belastet war. In solchen Fällen wird das Korn direkt in die Biogasanlage geführt.

Roland Urech präzisiert: «Getreide, das nicht mit Fungizid behandelt wurde, konnte in diesem nassen Sommer oft gar nicht verwendet werden und musste direkt in die Biogasanlage gebracht werden.»

Auch der Raps war teilweise schon ausgewachsen, weil er zu spät geerntet werden musste. Roland Urech erläutert: «In dieser Situation kann weniger Öl aus dem Raps gewonnen werden, was ebenfalls zu einem Verlust führt.»

Vom Giftpilz zum Medikament

Mutterkorn Der Mutterkorn-Pilz Claviceps purpurea hat historische Bedeutung erlangt. Die Fäden dieses Schlauchpilzes leben in Stängeln und Blättern verschiedenster Gräser oder auch in Getreidearten wie Roggen und Triticale (einer Kreuzung aus Weizen und Roggen). In feuchten und kühlen Frühjahren können auch Weizen und Gerste davon befallen werden. Die Mutterkörner können giftige Substanzen enthalten, die beim Menschen unerwünschte Effekte auslösen. Während Mutterkorn in der Vergangenheit immer wieder zu Massenvergiftungen führte, wird es heute als Medikament genutzt. Die Medizin setzt die Stoffe als Wehenmittel bei der Geburtshilfe und nach der Geburt als Mittel zum Blutstillen ein. Dies erklärt die Namensgebung «Mutterkorn». (awa)

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