Rettungsdienst Neeser schliesst wieder eine Lücke
Seengen Mit der Inbetriebnahme des Standortes in Seengen werden neue Arbeitsplätze geschaffen. Eingestellt wurden auch Mitarbeitende des Rettungsdienstes in Menziken.
Bevor Kurt Neeser senior mit seinem Ambulanzdienst im Jahr 1966 begann, hatte er einen Abschleppdienst. Doch bei seiner Arbeit entdeckte er, dass es eine Lücke im Rettungsnetz gab: «In der Vergangenheit musste er immer wieder erleben, dass er mit seinem Abschleppdienst vor Ort war und die Unfallfahrzeuge bereits aufgeladen hatte, während die Unfallopfer noch unversorgt auf der Strasse lagen», heisst es auf der Website des Ambulanzdienstes. Neeser nahm sich diesem Problem an. In über 300 Stunden baute er einen Ford-Transporter zum Ambulanzfahrzeug um und schloss damit eine Lücke.
Heute, 60 Jahre später, schliesst der Rettungsdienst wieder eine Lücke. «Die Rettungsdienst Neeser AG aus Wohlen eröffnet einen zweiten Stützpunkt. Mit der neuen Aussenwache in Seengen wird die Notfallversorgung in der Region weiter optimiert», heisst es in einer Medienmitteilung. Die Nachricht kommt nur zwei Monate nach der Mitteilung der Asana-Gruppe, dass das Akutspital in Menziken mit seinen etwa 45 Betten per Ende Oktober geschlossen werde. Ein Teil des medizinischen Angebots wird per 1. November von der Luks-Gruppe weitergeführt, dazu gehört der Rettungsdienst. Eine Recherche von Tele M1 zeigte aber auf, dass ein Grossteil der angestellten Rettungssanitäter den Betrieb verlässt. Praktisch das ganze Team kündigte per 30. Oktober.
In der Medienmitteilung von Neeser heisst es: «Der Ausbau erfordert mehr Mitarbeitende. Der Rettungsdienst Neeser rechnet mit einem Zuwachs von rund zehn Vollzeitstellen; ein grosser Teil dieses Fachpersonals konnte bereits rekrutiert werden.» Auf Nachfrage bestätigt Reto Neeser, stellvertretender Leiter Rettungsdienst der Rettungsdienst Neeser AG: «Es werden Mitarbeitende des Rettungsdienstes des Spitals Menziken zum Team von Neeser stossen.» Weiter stellt er aber klar: «Dass der neue Stützpunkt des Rettungsdienstes Neeser am 1. November seinen Betrieb aufnimmt, ist ein Zufall beziehungsweise hat sich einfach so ergeben, auch weil die Lokalität ja zuerst noch eingerichtet werden muss.» Den Standort habe man gezielt gewählt. «Das heisst einerseits im Rahmen einer langfristigen strategischen Betrachtung, wie und wo wir als Unternehmen unsere Mittel am besten einsetzen. Andererseits unter Berücksichtigung von Punkten wie der Verkehrssituation und der Bevölkerungsentwicklung.» Den neuen Stützpunkt habe man in einer bestehenden Gewerbeliegenschaft eingerichtet, so Neeser. Dieser liege verkehrstechnisch günstig ausserhalb des Dorfkerns von Seengen. Der neue Stützpunkt ist ab dem 1. November operativ tätig. «Im Gegensatz zu vielen anderen Schweizer Rettungsdiensten, die mit Aussenwachen mit beschränkten Betriebszeiten arbeiten, ist der zweite Neeser-Stützpunkt von Anfang an rund um die Uhr mit einem Rettungswagen und entsprechender Besatzung einsatzbereit», heisst es in der Medienmitteilung.







