Premiere beim Pastoralraum Erusbach-Hallwilersee
Seetal: Am Sonntag, 22. März, hätte in Sarmenstorf der Pastoralraum Erusbach-Hallwilersee durch Bischof Felix Gmür errichtet werden sollen. Wegen der Coronakrise wurde der Pastoralraum nun ohne Feierlichkeiten in Solothurn gegründet.
Freude und Erwartungshaltung der Gläubigen mit den sechs Dörfern und den vier Pfarreien St. Josef Bettwil, Bruder Klaus Meisterschwanden-Fahrwangen-Seengen, Heilig Kreuz Sarmenstorf und St. Peter und Paul Villmergen waren gross. Doch die Coronapandemie durchkreuzte die Pläne. Der Pastoralraum Erusbach-Hallwilersee ist der erste Pastoralraum im Aargau, welcher nur administrativ eröffnet wird.
Es ist der Plan des Bischofs, dass sich alle Pfarreien im Bistum Basel zu Pastoralräumen zusammenschliessen, um so dem Mangel an Seelsorgenden entgegenzuwirken und Ressourcen besser nutzen zu können. «Wir vom Pastoralraumteam haben uns seit Sommer 2018 intensiv damit auseinandergesetzt und eine für unsere Pfarreien gute Lösung gefunden», erklärt Hanspeter Menz, Pfarrer von Villmergen.
8700 Gläubige unter einem Dach
Das Pastoralraumkonzept zeigt auf, wie die Pfarreien mit den 8700 Gläubigen in Zukunft zusammenarbeiten wollen, welche gemeinsamen Ziele verfolgt werden und wo jede Pfarrei weiterhin eigenständig bleiben will. Konkret bleibt Marco Vonarburg Pfarradministrator von Bettwil und Sarmenstorf, Dorothea Wey Gemeindeleiterin von Meisterschwanden-Fahrwangen-Seengen und Hanspeter Menz Pfarrer von Villmergen.
Das Pastoralraumteam entschied sich für den Namen Pastoralraum Erusbach-Hallwilersee, weil alle Gemeinden der vier Pfarreien an eines der beiden Gewässer angrenzen. Der Kanton Aargau wird 26 Pastoralräume zählen.
Pastoralraum wie Patchworkdecke
«Das Pastoralraumkonzept war schwierig zu erstellen», blickt Marco Vonarburg, Mitglied im dreiköpfigen Gremium Pastoralraum Erusbach-Hallwilersee, zurück. Es galt, ein umfassendes Dokument vorzubereiten, welches die Zusammenarbeit regelt und die künftigen Ziele definiert.
Vor Augen einerseits Villmergen, Sarmenstorf und Bettwil als traditionell katholische Orte, anderseits Meisterschwanden, Fahrwangen und Seengen als Diasporagemeinden, die reformiert geprägt sind.
Dorothea Wey kam beim Nähen ihrer Patchworkdecke der Gedanke, dass eine Patchworkdecke ein schönes Sinnbild für den Pastoralraum darstellt: Vier Pfarreien mit unterschiedlichen Traditionen, Prägungen, Gruppen und Menschen setzen sich zusammen und werden ein grösseres Ganzes, eben der Pastoralraum. Nun ist die Arbeit aufgenommen worden mit einer hoffnungsvollen Ankündigung: Die Errichtung des Pastoralraumes soll zu gegebener Zeit nachgefeiert werden.