Neue Kinderärztin startet in Seon

Seon Das Gesundheitszentrum Seon hat Verstärkung bekommen: Die Ärztin Emilija Galinyté startet als Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin. Die 36-Jährige bringt Berufserfahrung aus Litauen und Österreich mit und freut sich darauf, die Lücke in der Region zu schliessen.

Kinderärztin Emilija Galinyté im neuen Sprechzimmer.Foto: Debora Hugentobler
Kinderärztin Emilija Galinyté im neuen Sprechzimmer.Foto: Debora Hugentobler

Emilija Galinyté lebt seit einem Monat mit ihrem Mann und ihrem Hund im Bezirk Brugg. Schon während ihres Medizinstudiums hatte sie den Wunsch, eines Tages ins Ausland auszuwandern. Aufgewachsen in Vilnius, Litauen, zog sie vor zwei Jahren der Liebe wegen nach Österreich. Das Angebot der Praxis-Gruppe Seon kam für sie überraschend – sie sagte dennoch sofort zu. Innerhalb weniger Monate organisierte sie alles für ihren Umzug. Ihre grösste Herausforderung war dabei, die Deutschprüfung auf Niveau C1 zu bestehen, die sie in der Schweiz für die Berufsausübungsbewilligung benötigte.

Neue Aufgaben – neue Möglichkeiten

Seit 2019 ist Galinyté als Fachärztin für Allgemeine Pädiatrie tätig – zuerst in Litauen, dann in Österreich und nun in der Schweiz. Den hohen Bedarf an Kinderärzten hier in der Region nimmt sie deutlich wahr. «Es ist eine gute Möglichkeit, mich professionell zu entwickeln», sagt sie über ihre neue Aufgabe in Seon. Das Gesundheitssystem in der Schweiz sei ganz anders als jenes in Litauen und Österreich. Hier habe sie mehr Verantwortung und eine umfassendere Tätigkeitspalette, während die Pädiater in Litauen die Kinder direkt an die jeweiligen Spezialisten weiterweisen. Für Galinyté bedeute dies, hier neue Kompetenzen aufzubauen. Zunächst gehe es darum, ihr Netzwerk mit anderen Fachspezialisten aufzubauen und sich in der neuen Sprache zu orientieren.

Vertrauen schaffen durch Spiel

Für einen gelingenden Start bittet Galinyté die Eltern, die bereits vorhandenen Gesundheitsakten ihrer Kinder mitzubringen. Eine offene Kommunikation mit den Eltern ist der neuen Kinderärztin besonders wichtig. Sie hofft auf Toleranz, falls ihr bei der Aussprache einmal ein Fehler unterlaufen sollte. Es soll keine Sprachbarriere geben – sie wünscht sich eine positive Zusammenarbeit. Bei der Arbeit mit den Kindern sei die Sprache hingegen nicht das Wichtigste. Vieles geschehe über Beobachtung und Wahrnehmung. Sie versuche, durch gemeinsames Spielen eine vertraute Bindung zu den Kindern aufzubauen. Ihre beiden Glücksbringer aus Litauen – zwei kuschelige Plüschhasen – werden dabei auch in Seon zum Einsatz kommen.

«Meine Arbeit ist sehr erfüllend»

Auch ausserhalb der Praxis fühlt sich Emilija Galinyté in ihrer neuen Umgebung wohl. Sie schätzt die Natur und die Berge und macht gerne Sport – insbesondere Wandern und Fahrradfahren. Im Gesundheitszentrum Seon ist sie von Montag bis Donnerstag tätig. In welchem Umfang sie künftig Notfalldienste übernimmt oder ihr Arbeitspensum ausweitet, ist derzeit noch ungeklärt. Sie sei es jedoch gewohnt, viel zu arbeiten, und darauf vorbereitet.

Besonders freue sie sich darauf, im Gesundheitszentrum Seon Kinder aus unterschiedlichen Kulturen und mit verschiedenen Migrationshintergründen betreuen zu dürfen. «Meine Arbeit ist sehr erfüllend», sagt die Pädiaterin. Für diesen Beruf habe sie sich wegen seiner Dynamik entschieden: Sie schätzt es, beobachten zu können, wie Kinder wieder gesund werden.

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