«Jetzt sind wir auf Augenhöhe»
Dürrenäsch An seiner ersten Gmeind als Ammann erlebte Josef Willi eine Absage zu Fusionsabklärungen. Das Ja zu Fusionsabklärungen mit Leutwil schreibt Willi mehreren Punkten zu.
Sie wurden 2021 Gemeinderat und Gemeindeammann. Haben Sie bei Ihrer Wahl schon an eine Fusion in Dürrenäsch gedacht?
Nein, gar nicht. Aber die Ansprüche an eine Gemeinde werden immer grösser. Wir müssen stärker werden und dafür mit anderen Gemeinden zusammenarbeiten. Bei Leutwil ist die Situation ideal, weil wir schon in vielen Punkten Ressourcen zusammenlegen.
Dürrenäsch hat bereits einen Versuch für Fusionsabklärungen mit Seon und Hallwil gewagt. Dieser wurde klar abgelehnt. Für die Zusammenarbeit mit Leutwil gab es Zustimmung. Was denken Sie, ist der Unterschied?
In der jetzigen Situation sind wir auf Augenhöhe. Das wäre zuvor nicht der Fall gewesen. Der Bezug unserer Gemeinde zu Leutwil ist sicherlich ein ganz anderer als beispielsweise zu Seon.
Wie meinen Sie das?
Wir arbeiten seit Jahren in verschiedenen Bereichen mit Leutwil zusammen und es gibt ein gewisses Zusammengehörigkeitsgefühl. Es ist eine völlig andere Beziehung als zu Seon.
Doch auch Dürrenäsch und Leutwil hatten bereits Unstimmigkeiten. Wie etwa beim Schulverband.
Wir hatten Anfangsschwierigkeiten und vielleicht auch nicht immer die gleichen Ansichten. Aber seit einigen Jahren harmoniert die Zusammenarbeit sehr gut. Und auch die Zusammenarbeit zwischen den beiden Gemeinderäten ist wirklich angenehm und kollegial. Wir sind auf der gleichen Ebene und haben dieselben Ziele. Was auch wichtig ist: Den Schulverband mussten wir zu diesem Zeitpunkt gründen. Bei den Fusionsabklärungen sieht die Situation anders aus, wir müssen beide nicht fusionieren, wir wollen.
Wie würde die Zukunft von Dürrenäsch aussehen, wenn es keine Fusion mit Leutwil gäbe?
Dürrenäsch könnte weitermachen. Wir haben ein gutes Wachstum. Auf uns kommen aber auch Herausforderungen zu, die wir heute noch nicht kennen, das spricht für eine Fusion. Was wir aber nicht vergessen dürfen: Wir sprechen heute noch nicht von einer Fusion, es geht erst um die Abklärungen. Wir möchten wissen, ob eine Fusion mit Leutwil sinnvoll ist. Dafür benötigen wir die Abklärungen, und diesen Auftrag haben wir von der Gemeindeversammlung auch erhalten.
Was sind jetzt die nächsten Schritte?
Demnächst haben wir die erste Sitzung, an der die ersten Aufgaben verteilt werden. Das heisst, wir werden unter anderem Kommissionen und Arbeitsgruppen bilden.
Gab es aus der Bevölkerung bereits Rückmeldungen von Personen, die an den Arbeitsgruppen teilnehmen möchten?
Wir haben diverse Rückmeldungen erhalten von Menschen, die mitarbeiten möchten. Wir sprechen hier von rund 10 Personen.
Was ist das geplante Zeitfenster für die Abklärungen?
Ziel ist es, 2028 an die Gemeindeversammlung zu gehen. Je nach Resultat folgt dann noch die Urnenabstimmung. Eine mögliche Fusion ist für 2030 vorgesehen.
Wie hoch schätzen Sie die Chancen für eine Fusion ein?
Das weiss ich zum heutigen Zeitpunkt noch nicht. Was ich weiss, ist, dass eine Fusion sowohl für Dürrenäsch als auch für Leutwil sinnvoll wäre. Lassen Sie mich ein Beispiel nennen: Die Feuerwehr Dürrenäsch-Leutwil ist bereits heute ein Verbund. Wenn eine neue Anschaffung bevorsteht, diskutieren wir das in zwei Gemeinden, beide müssen einen Protokollauszug schicken, und je nachdem müssen beide Gemeindeversammlungen abstimmen. Der Aufwand ist sehr gross, obwohl die Feuerwehr schon zusammen ist. Das ist nicht nur bei der Feuerwehr so, sondern auch bei der Schule.







