Naturschutzzone um renaturierten Erusbach

Bettwil Im Rahmen der Nutzungsplanungsrevision verlangt Pro Natura Aargau eine Naturschutzzone und die Renaturierung des Erusbaches.

<em>Wollen Naturschutzzone am Erusbach in Bettwil: </em>Präsident Matthias Betsche und Geschäftsführer Johannes Jenny von Pro Natura Aargau im Kneippbad in Schongau. Foto: Fritz Thut
<em>Wollen Naturschutzzone am Erusbach in Bettwil: </em>Präsident Matthias Betsche und Geschäftsführer Johannes Jenny von Pro Natura Aargau im Kneippbad in Schongau. Foto: Fritz Thut

Auf der Südseite des Dorfes Bettwil ist vom Erusbach nichts zu sehen. Just an der Kantonsgrenze vom luzernischen Schongau her verschwindet das Gewässer unter die Erde und fliesst ab hier eingedolt durch Bettwil.

Die Naturschutzorganisation Pro Natura Aargau möchte nun dem Erusbach an der Bauzonengrenze wieder mehr Raum verschaffen. Im Rahmen der laufenden Bettwiler Gesamtrevision Nutzungsplanung Siedlung und Kulturland hat Pro Natura während der Anfang Monat abgeschlossenen Auflagefrist eine Einwendung eingereicht, für die Schaffung eines neuen Feuchtgebiets im Gebiet Weierächer. Dazu sollen Flächen aus der Landwirtschafts- und Bauzone entlassen werden.

Vorbild ennet der Kantonsgrenze

Der Einsatz für das neue Feuchtgebiet und die Renaturierung des Erusbachs gehört für die Protagonisten von Pro Natura zu einer permanenten Kampagne. «Wir müssen dem Thema Wasser vermehrt Sorge tragen», sagte Präsident Matthias Betsche an einer Orientierung beim Oberschongauer Kneippbad, ganz in der Nähe der gewünschten Naturschutzzone.

Feuchtgebiete in Wald und Flur seien wichtig für den lokalen Klimaschutz und die Wasserspeicherung. Hier habe man ein schönes Vorbild sagten Betsche und Pro-Natura-Geschäftsführer Johannes Jenny und zeigten auf die offene Bachfläche.

Zusammen mit dem Kneippbad, gespeist vom kühlen Erusbachwasser, und dem vor rund zwei Jahren eingeweihten Barfussweg, besteht auf der Lindenberg-Hochebene ein Bijou, das von naturverbundenen Touristen und Einheimischen gerne aufgesucht wird. Die E-Bike-Route der Herzschlaufe Seetal führt ebenfalls hier durch.

«Tolles für Mensch und Natur»

Hier, quasi in Sichtdistanz, bietet sich für Bettwil Anschauungsunterricht, wie der Natur etwas zurückgegeben werden könne. «Mit der beantragten Naturschutzzone möchten wir der Bevölkerung ein Erlebnis bieten; es entstände etwas Tolles für Mensch und Natur», ist der in Möriken-Wildegg wohnhafte Pro-Natura-Aargau-Präsident Betsche überzeugt.

«Hier bietet sich die Chance, zusammen mit der Gemeinde etwas zu realisieren», ist Geschäftsführer Jenny überzeugt. Und da es sich um Gewässer handelt, könne die Organisation sogar konkret mithelfen: «Wir haben die Chance, Mittel für die Umsetzung zu finden.»

Die Eingabe der Naturschutzorganisation ist noch nicht behandelt, weshalb auch kein Vertreter der Gemeinde Bettwil beim Infoanlass zugegen war. Man wolle sich nicht zu laufenden Verfahren äussern, liess man ausrichten.

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