Mit Vogelgezwitscher und spannenden Infos hinein in den Frühling

Seetal Regelmässig lädt der Landschaftsschutzverband Hallwilersee (LSVH) zu unterschiedlichen Veranstaltungen am Hallwilersee ein. Am Sonntag stand die Exkursion Frühlingserwachen auf dem Plan, zusammen mit dem Naturschutzverein Oberes Seetal (NVOS) und dem Natur- und Vogelschutzverein Seengen.

Reto Fischer  informiert über Biber.Foto: Verena Schmidtke

Reto Fischer informiert über Biber.Foto: Verena Schmidtke

Beat Erni  stellt den Grünfink näher vor.Foto: Verena Schmidtke

Beat Erni stellt den Grünfink näher vor.Foto: Verena Schmidtke

Das Interesse  an der Frühlingsexkursion war gross.Foto: Verena Schmidtke

Das Interesse an der Frühlingsexkursion war gross.Foto: Verena Schmidtke

Gespannt schauten die Exkursionsteilnehmenden zu Benno Affolter, Co-Präsident beim LSVH. Auf einem kleinen Wiesenareal hält er eine Pflanze mit schmalen, langen Blättern hoch: «Weiss jemand, wie diese Pflanze heisst?» Auf der Fläche wachsen viele davon, allerdings ohne Blüte. Etwas ratlos berieten sich die Anwesenden. «Könnte es eine Herbstzeitlose sein?», fragte eine Frau. Affolter lachte zustimmend: «Das stimmt.» Das Bemerkenswerte an der Herbstzeitlose sei, dass sie im Herbst blühe und damit einen anderen Lebenszyklus habe als andere Pflanzen. Schnell machten einige noch Bilder von den Blättern, dann ging es weiter am See entlang.

Vielfältige Pflanzenwelt, Vogelgezwitscher und Biberspuren

Treffpunkt für die Exkursion mit dem passenden Titel «Frühlingserwachen» war das Arbeiterstrandbad Tennwil. Beat Erni vom NVOS begrüsste die zahlreichen Teilnehmenden herzlich und stellte zudem die weiteren Ansprechpersonen vor: Benno Affolter und Sebastian Meyer vom LSVH sowie Christian Siegrist vom Natur- und Vogelschutzverein Seengen. Meyer zeigte sich ebenfalls sehr erfreut über das grosse Interesse an der Wanderung, immerhin hatten sich 64 Personen eingefunden. Nachdem Erni ein wenig aus der über 90-jährigen Geschichte des Arbeiterstrandbades berichtet hatte, setzte sich die Gruppe Richtung Seengen in Bewegung.

Immer wieder gab es Zwischenstopps, an denen Benno Affolter kenntnisreich und humorvoll verschiedene Pflanzen und Vögel näher vorstellte. Auf einer Wiese konnte er auf Sauerampfer, Spitzwegerich und Wiesenschaumkraut hinweisen – wer hätte gedacht, dass es bereits im März so viel Spannendes zu entdecken gibt. Als in einem Gebüsch ein Rotkehlchen zwitscherte, erklärte Affolter: «Rotkehlchen aus den hiesigen Breiten überwintern im Süden. Wenn im Winter eines im Garten auftaucht, kommt es wahrscheinlich aus einer nördlichen Region.» Ein Stück weiter am See entlang ragten einige dicke Äste ins Wasser, einer davon trug deutliche Nagespuren eines Bibers. Hier informierte Reto Fischer, ebenfalls vom LSVH, die Anwesenden über die Lebensweisen des Tieres, welches sich übrigens pflanzlich ernährt. Ausserdem holte er eine Karte aus der Tasche und hielt sie prüfend an die Spuren im Holz. «Hier kann ich nun vergleichen, wie breit die Nagespuren sind und schätzen, ob es ein junger oder älterer Biber ist.» Auf Höhe Brestenberg zeigten einige weitere Äste im Wasser ähnliche Spuren, offenbar scheint sich der Biber am Hallwilersee recht wohlzufühlen.

Nach so vielen Eindrücken und Informationen freuten sich alle Exkursionsteilnehmenden nach der gut zweistündigen Wanderung über Gipfeli und Getränke. Ein guter Moment, sich noch ein wenig auszutauschen und Infomaterial für die nächste Exkursion mitzunehmen.

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